03.11.2014 | Serie Compliance - rechtliche Schwerpunkte

Compliance und Kommunikation

Serienelemente
Kommunikation und Compliance
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Bei Compliance geht es in 1. Linie darum, Rechtsbrüche eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter, Manager und Geschäftspartner zu unterbinden. Doch es geht auch darum, das Image eines Unternehmens vor Beschädigungen zu schützen und Kunden und potentielle Vertragspartner durch Korrektheit zu überzeugen. Hierbei spielt intern wie nach außen die richtige Kommunikation eine Hauptrolle.

Kommunikation ist im Zusammenhang mit Compliance ein Schwerpunktthema, denn nur durch entsprechende Compliance-Kommunikation kann eine regeltreue Kultur und können Compliance-Management-Systeme funktionieren. Überzeugungsarbeit bewirkt, dass die Einhaltung der Compliance-Vorgaben abgesichert und Regelverstöße im Vorfeld verhindert werden.

Mitarbeiter müssen überzeugt werden

Kommunikationslösungen geben vor, wie Richtlinien und Verhaltensregeln in das Unternehmen getragen und alle Mitarbeiter angemessen über Risiken und Konsequenzen informiert werden. Mitarbeiter halten sich dabei dauerhaft nur an Regeln, wenn sie diese nachvollziehen können. Eine auf das Unternehmen und seine Kultur zugeschnittene Compliance-Kampagne, nicht nur in korruptionsanfällige Bereichen, kann gewährleisten, dass Mitarbeiter sich mit eingeführten Verhaltensrichtlinien identifizieren und sich nach und nach in allen Bereich (Datenschutz, Arbeitsschutz, Finanzen, AGG) möglichst rechtskonform verhalten. Der Erfolg eines solchen Compliance-Konzeptes beruht stark auf der Durchführung internen Kommunikationsmaßnahmen und eine Wirksamkeitsanalyse. Der Prüfungsstandard IDW PS 980, die  Grundlage für die Prüfung von Compliance-Management-Systemen (CMS),  definiert unter Textziffer die Elemente der Compliance-Kommunikation.

Ängsten und Aversionen gegensteuern

Der aktuelle Compliance-Hype, aber auch immer neue rechtliche Vorgeben bewirken, dass Mitarbeiter aller Ebenen sich regelmäßig mit neuen Compliance-Regeln oder ihren Überarbeitungen und Ergänzungen konfrontiert sehen. Häufig sind sie genervt, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen und (arbeits-)rechtliche Konsequenzen fürchten. Manchmal stellt sich auch ein Abstumpfungseffekt ein.

Das Verhältnis zwischen Compliance-Aktivitäten und ausgeglichen Unternehmenskultur muss im Gleichgewicht sein, weder Korruptionsprävention noch Datenschutz oder AGG-Vorgaben sollten nachhaltige Verunsicherung der Mitarbeiter und ein labiles Betriebsklima bewirken, denn nur eine ansatzweise  vertrauensvolle Zusammenarbeit bewirkt Unternehmenserfolge.

Erläuternde und unaufgeregte Compliance-Kommunikation kann Ängste relativieren und Akzeptanz steigern. Kommunikationskanäle können neben Compliance Apps und ein Compliance Bereich im Intranet bei manchen Unternehmen auch konventionellere Medien wie Mitarbeiterzeitung und Informationsbroschüren sein.

„Compliance im Hinterkopf“

Auch Compliance-Handbüchern oder Schulungsveranstaltungen sind hilfreich und unverzichtbar ist ein überzeugendes Vorbild durch Führungskräfte und Entscheidungsträger. Nachhaltig und scheibchenweise eingesetzt kann so „Compliance im Hinterkopf“ selbstverständlicher Teil des betrieblichen Alltags und jeder Projektarbeit werden.

Compliance-Kommunikation in Krisen – Schadensbegrenzung und Gegenoffensive

Aber auch und gerade dann, wenn das Compliance- Kind im Brunnen liegt, schlägt die Stunde der Compliance-Experten. Gerade in Krisensituationen unterlaufen betroffenen Unternehmen immer wieder Fehler in der Kommunikation und Außendarstellung.

Compliance-Fachleute, wie auf Compliance spezialisierte Anwaltskanzleien oder Wirtschafts- und Kommunikationsberater, können die Öffentlichkeitsarbeit leiten und eine passende Kommunikationsstrategie vorgeben, die dafür sorgt, das in Ermittlungsverfahren, bei negativen Schlagzeilen oder einem sich anbahnenden Internet-Desaster wirkungsvoll dagegengehalten und aufgeklärt wird.

Je spezialisierter und erfahrener die Berater, desto eher ist sichergestellt, dass die Schadensbegrenzungsmaßnahmen nicht nach den Regeln von Versuch und Irrtum angewandt werden, sondern unverzüglich greifen.

Schlagworte zum Thema:  Compliance-Kultur, Compliance, Compliance-Gefährdungsanalyse, Compliance-Regel, Compliance-Organisation, Compliance-Management

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