| Bargeldobergrenze

Schattenwirtschaft auch ohne Bargeld?

Ohne Bargeld keine Schattenwirtschaft?
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Deutschen lieben Scheine und Münzen. Der Einkauf mit der Plastikkarte ist wenig beliebt. Auch größere Beträge wechseln bar den Besitzer. Die Bargeldzahlung soll nun begrenzt werden. Doch schränkt eine Bargeldobergrenze die Schattenwirtschaft wirklich ein?

Die Bargeldzahlung soll in Deutschland auf 5.000 EUR begrenzt werden, wenn es nach Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geht. Er will damit die Schattenwirtschaft eindämmen. Ob das allerdings wirklich klappt, daran lässt ein europäischer Vergleich zweifeln, wie die Welt schreibt.

Italien, Spanien und Frankreich haben strenge Obergrenzen für Bargeld

In Spanien liegt die Grenze bei 2.500 EUR, in Italien bei 2.999,99 EUR und in Frankreich wurde 2015 eine verschärfte Obergrenze von 1.000 EUR eingeführt. In Dänemark, Schweden und Finnland kann man dagegen ohne Bargeldobergrenze einkaufen.

Würde Schäubles Argumentation zutreffen, müsste es in Spanien, Frankreich und Italien so gut wie keine Schattenwirtschaft geben und in den drei skandinavischen Ländern, die Korruption gang und gäbe sein. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Länder ohne Bargeldobergrenze sind die „saubersten“ weltweit

Laut dem Korruptions-Wahrnehmungs-Index 2015 der Nichtregierungsorganisation Transparency International sind Dänemark, Finnland und Schweden die „saubersten“ Länder weltweit. Deutschland liegt aktuell – also ohne Bargeldobergrenze auf Rang 10. Frankreich nimmt Rang 23 ein, Spanien 36 und Italien landet auf Platz 61.

Trotz Bargeldzahlungen ist die Schattenwirtschaft in Deutschland relativ gering

Bargeldobergrenze und Schattenwirtschaft scheinen nicht zwingend etwas miteinander zu tun zu haben.

80 % aller Einkäufe werden in Deutschland bar bezahlt, so eine Studie der Bundesbank aus dem Jahr 2014. Trotzdem macht der Anteil der Schattenwirtschaft nur 10,8 % des Bruttoinlandeinkommens aus, so eine Studie von Wirtschaftsprofessor Friedrich Schneider.

In Frankreich hingegen liegt der Anteil immerhin bei 12,6 %, in Spanien bei 18 % und in Italien sogar bei über 20 %.

Pro und Contra Obergrenze - ohne Bargeld keine Schattenwirtschaft?

Mit einer Obergrenze für Bargeldzahlungen sollen Geldwäsche und andere kriminelle Machenschaften eingedämmt werden. Doch wie wäre es ganz ohne Bargeld? Wer würde davon profitieren? Im Haufe Beitrag "Pro und Contra Obergrenze - Ohne Bargeld keine Schattenwirtschaft?" gehen wir dieser Frage nach.

Schlagworte zum Thema:  Korruption, Geldwäsche, Wirtschaftskriminalität, Bargeld

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