Geld regiert die Welt? Der Anti-Korruptionstages der UN soll gegensteuern Bild: Haufe Online Redaktion

Korruption schädigt Wirtschaft, Bürger und Beschäftigte. Der jährliche Anti-Korruptionstag der UN soll das Bewusstsein von Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft sensibilisieren, um mit Gesetzen und Compliance gegenzusteuern. Der weltweite Korruptionsbefund lässt noch Luft nach oben erkennen. Deshalb ist der Tag ein Beitrag, um die Wahrnehmung  korrupten Verhaltens zu schärfen.

Korruption ist destruktiv für Wirtschaft und öffentliche Verwaltung

Korruption ist ein weltweit verbreiteter Spaltpilz, der das Vertrauen in die Integrität und Funktionsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung und der Wirtschaft untergräbt.

Ist das Vertrauen in der Bevölkerung in eine unabhängige Verwaltung und Wirtschaft erst einmal verloren, dauert es Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, das verlorene Vertrauen wieder zurückzugewinnen, zumal die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung die "Zeche" für korruptes Handeln zahlt. Diese Zusammenhänge will der Welt-Anti-Korruptionstag jährlich immer wieder ins Bewusstsein rufen.

Korruptionsprävention in Deutschland

In der Bundesrepublik soll die seit dem Jahre 1998 in Kraft befindliche Richtlinie zur Korruptionsprävention in der Bundesverwaltung eine allgemeingültige Präventionsstrategie zur Bekämpfung der Korruption in besonders gefährdeten Bereichen vorgeben. Die Richtlinie sieht eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Prävention gegen korrupte Prozesse vor:

  • am Beginn steht die Risikoanalyse des Aufbaus und der Ablauforganisation eines bestimmten Verwaltungsbereichs;
  • bei allen korruptionsrelevanten Entscheidungen gilt das Mehraugenprinzip, das die Gefahr korrupten Verhaltens einzelner minimieren soll;
  • sorgfältige Auswahl und Schulung des Personals,
  • die Implementierung eines Ansprechpartners für Korruptionsberatung und
  • für die Entgegennahme von Verdachtsmomenten (Whistleblowing)
  • sowie die Einrichtung einer konsequenten Dienst- und Fachaufsicht.

Österreich geht noch einen Schritt weiter

Der Alpenstaat Österreich hat zum Zwecke der nachhaltigen Bekämpfung der Korruption ein eigenes Amt, nämlich das „Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung“ (BAK) eingerichtet, das unmittelbar dem Innenministerium nachgeordnet ist. Das BAK ist bundesweit zuständig für

  • Vorbeugung und Verhinderung von Korruption
  • unter Nutzung einer engen Zusammenarbeit mit der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKSTA),
  • mit eigenen Befugnissen zur Wahrnehmung zentraler Funktionen im Bereich der Sicherheit und kriminalpolizeilichen Zusammenarbeit mit ausländischen und internationalen Antikorruptionseinrichtungen und
  • zur Durchführung und Unterstützung polizeilicher Ermittlungen.

Korruptionsprävention in Unternehmen

Auch auf Seiten der Unternehmen erwarten die weltweiten Organisationen zur Bekämpfung der Korruption klare und nachhaltige Maßnahmen zur Korruptionseindämmung. Zum Forderung Katalog gehören insbesondere

  • die Implementierung eines wirksamen Compliancesystems;
  • eine klare Vermittlung von ethischen Werten durch die Unternehmensleitung;
  • eine strukturierte Ablauforganisation, die die Gefährdung durch Korruption berücksichtigt;
  • die regelmäßige Kontrolle von Geschäftsabschlüssen;
  • eine Entlohnungsstruktur, die Sanktionen für Korruption enthält;
  • sorgfältige Überwachung outgesourcter Unternehmensbereiche;
  • sorgfältige Kontrolle der Geschäftspartner und Lieferanten;
  • ein klar strukturiertes Zahlungswesen;
  • eine klar definierte Regelung über erlaubte Zuwendungen und Geschenke;
  • klare qualitätsbezogene Kriterien für Geschäftsabschlüsse im Einkauf und Verkauf;
  • Implementierung eines Ombudsmannes zur Entgegennahme von Beschwerden;
  • Einrichtung eines Hinweisgebersystems (Whistleblowing);
  • Implementierung eines Korruptionsbeauftragten.

Korruption verhindern: das Whitepaper mit Grundlagenwissen und Verhaltensregeln

Korruption bedeutet die Gewährung von Vorteilen als Gegenleistung für eine unlautere Bevorzugung im Geschäftsleben (Bestechung) bzw. die Annahme oder Forderung derartiger Vorteile (Bestechlichkeit). Neben Geldstrafen drohen Unternehmen bzw. Mitarbeitern der Ausschluss von Aufträgen, Kunden- und Imageverlust bzw. Kündigung und Schadensersatzforderungen.

Das Whitepaper Korruption verhindern - Grundlagenwissen und Verhaltensregeln beschreibt zunächst das mögliche Fehlverhalten, die einschlägigen Rechtsvorschriften sowie Strafen und andere Konsequenzen. Danach werden Warnsignale und Verhaltensregeln zur Erkennung und Vorbeugung von Korruptionsfällen beschrieben, die von allen Mitarbeitern beachtet und befolgt werden sollten.

Schlagworte zum Thema:  Korruption, Bestechung, Complianceverstoß

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