31.10.2012 | Kundenprofile

O2 will Bewegungsdaten seiner Mobilfunkkunden verwerten

Bild: Haufe Online Redaktion

Die Mobilfunktochter des Telefónica-Konzerns will einen neuen Dienst für Unternehmen anbieten, bei dem anonymisierte Bewegungsdaten von Handy-Nutzern zur Verfügung gestellt werden sollen. Datenschutzexperten sehen das Vorhaben äußerst skeptisch.  

Der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica, der gerade seine deutsche Mobilfunktochter O2 an die Börse gebracht hat, will künftig mit den Daten seiner Kunden Geld verdienen. Wie die Tagesschau berichtete, sollen dazu neuartige Dienste für Unternehmen angeboten werden. Dazu hat der Konzern in London eine neue Geschäftssparte unter dem Namen Telefónica Dynamic Insights gegründet, die bereits ein erstes Produkt (Smart Steps) entwickelt hat.

Standortdaten sollen vermarktet werden

Mit Smart Steps sollen etwa die Bewegungsdaten von Smartphone-Nutzern erfasst und für Zwecke der Marktforschung aufbereitet werden. Denkbar wäre damit, dass Geschäftsinhabern Informationen dazu bekämen, welche Kundengruppen vor ihren Schaufenstern stehen bleiben, woher diese kamen, welcher Altersgruppe und welchem Geschlecht diese Personen angehören.

Daten sollen nur anonymisiert erfasst werden

Bei der Kombination von Bestandsdaten (wie Alter und Geschlecht) sowie den Bewegungsdaten will sich das Unternehmen dabei nach eigenen Aussagen an die gesetzlichen Datenschutzbestimmungen halten und die Daten zuverlässig anonymisieren. Angeboten werden soll Smart Steps zunächst nur in Großbritannien. Ob und in welcher Form es dieses Produkt auch in Deutschland geben wird, steht noch nicht fest, allerdings soll es bereits Gespräche mit Interessenten auch hierzulande gegeben haben.

Datenschützer: Auswertung setzt Einwilligung voraus

Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, äußerte erhebliche Bedenken gegen die Verwendung von Standortdaten, die er als hochsensibel einstuft. Eine solche Auswertung setze die explizite Einwilligung der Kunden oder eine vollständige Anonymisierung voraus. Zumindest bei den neuen Online-Verträgen hat O2 bereits eine entsprechend angepasste Einwilligungserklärung eingefügt, mit der die Kunden der Verwendung personenbezogener Daten sowie der Standortdaten zustimmen. Ein Widerspruch gegen diese Nutzung ist nur auf schriftlichem Weg möglich.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Handy

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