| Leseverhalten

Nutzer von E-Books geben ungewollt Informationen preis

eBook-Reader stehen ganz oben auf der Geschenkliste
Bild: Michael Bamberger

E-Book-Reader sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Für eine Studie wurden jetzt die bekanntesten E-Book-Systeme untersucht: Beim Lesen elektronischer Bücher können zahlreiche Daten zu den jeweiligen Nutzern gesammelt werden.

Leser von E-Books machen sich in der Regel wenig Gedanken über den Datenschutz und freuen sich eher über den Komfort moderner Lesegeräte und die reduzierten Preise der elektronischen Buchausgabe. Doch mit dem Datenschutz ist es bei diesen Lösungen nicht immer zum Besten bestellt, wie eine aktuelle Untersuchung der Electronic Frontier Foundation (EFF) jetzt nachweist.

Kauf- und Leseverhalten kann überwacht werden

Für die Studie wurden zahlreiche bekannte E-Book-Systeme untersucht: Amazon Kindle, Sony Reader, Kobo sowie Google Books, das Internet Archive und Adobe Content Server. Verschiedene Hersteller speichern beispielsweise, was die Kunden auf ihren Plattformen gesucht haben. Bei Amazon und Google wird zusätzlich gespeichert, welche Seiten zuletzt gelesen wurden. Mitunter werden hier die Daten zum Leseverhalten mit anderen Einkäufen auf den Plattformen kombiniert.

Genauer Umfang der Datensammlung bleibt häufig unklar

Meistens schweigen sich die Anbieter über das genaue Ausmaß der Datenspeicherung jedoch aus. Unter Datenschutzaspekten schneidet bei der Studie das Adobe-System (Adobe Content Server) am besten ab, da hier von vornherein keine Optionen zum Sammeln von Daten vorhanden sind. Die Adobe-Lösung wird auch in vielen anderen E-Book-Readern verwendet.

Datenweitergabe kann widersprochen werden

Bei den meisten Anbietern können die Kunden nur einen Teil der gesammelten Daten selbst bearbeiten oder löschen. Häufig ist in den Nutzungsbedingungen auch vorgesehen, dass die Daten an Dritte weitergegeben werden dürfen. Hier kann dann nur durch einen expliziten Widerspruch die Weitergabe unterbunden werden. Positiv fällt in dieser Hinsicht Google auf, wo die Datenweitergabe die Zustimmung durch die Kunden voraussetzt.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, E-Book, Kunde

Aktuell

Meistgelesen