28.11.2012 | Gesichtserkennung

Modeketten nutzen Schaufensterpuppen mit eingebauter Videotechnik

Bild: PhotoDisc Inc.

Haben Sie beim Schaufensterbummel manchmal das Gefühl, beobachtet zu werden? Es könnte sein, dass Sie sich nicht täuschen, denn möglicherweise verbirgt sich in den Augen der Schaufensterpuppe eine Videokamera.

Nach Medienberichten setzen einige internationale Modeketten tatsächlich schon Schaufensterpuppen mit fortgeschrittener Überwachungstechnik ein. In den Augen der Puppen sind Videokameras eingebaut, die mit einer Gesichtserkennungssoftware verbunden sind.

Erweiterte Kundenanalyse

Die Firma Almax, der italienische Hersteller der Spezialpuppen (sog. EyeSee-Mannequins), hat mittlerweile bestätigt, dass mehrere Modeketten diese Technik bereits verwenden, um zusätzliche Informationen über potenzielle Kunden zu erhalten. Vor allem in den USA und Europa seien diese Schaufensterpuppen im Einsatz, in Deutschland sei dies bislang jedoch noch nicht der Fall. Mit der Technik können z. B. Alter, Geschlecht oder auch Zugehörigkeit zu bestimmten Ethnien ermittelt werden. Genutzt werden sollen die Daten, um Kundenströme besser analysieren und schnell auf besondere Situationen reagieren zu können.

Datenschützer sind besorgt

Bei den deutschen Datenschützern stößt die Technik verständlicherweise auf breite Ablehnung. Gegenüber der Frankfurter Rundschau äußerte etwa der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, seine Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Überwachungsmethode. Selbst bei einem entsprechenden Hinweis sei eine solche Überwachung kaum zu rechtfertigen. Zudem bestünde die Gefahr, dass die Videoaufnahmen zusammen mit anderen Daten, die z. B. beim Bezahlen oder durch Kundenkarten oder RFID-Chips anfallen, zur Erstellung detaillierter Kundenprofile genutzt werden könnten. Eine derart lückenlose Verhaltenskontrolle sei jedoch datenschutzrechtlich unzulässig.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Biometrie, Kundenanalyse

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