01.09.2014 | Datenübermittlung

Microsoft will weiter keine Daten aus Europa an US-Behörden liefern

Microsoft sieht das Vertrauen europäischer Cloud-Nutzer gefährdet.
Bild: Microsoft Corp.

Microsoft will sich weiterhin weigern, E-Mails seiner Kunden aus Europa an US-Behörden herauszugeben und setzt in einem aktuellen Fall auf ein Berufungsverfahren. Das Unternehmen soll Daten herausgeben, die in Rechenzentren in Dublin gespeichert sind.

Ein amerikanisches Bezirksgericht fordert aktuell von dem Unternehmen, E-Mails und gespeicherte Dokumente eines seiner Kunden herauszugeben, die in einem Datenzentrum in Dublin lagern. Es bezieht sich dabei auf amerikanische Gesetze und betrachtet Microsoft grenzübergreifend als Betreiber der Dienste.

Eine entsprechende Anordnung war zunächst ausgesetzt worden, das Gericht hob die Sperre aber vergangene Woche auf. Das Verfahren soll nun am kommenden Freitag fortgesetzt werden.

Die US-Regierung habe nicht das Recht, den Inhalt von außerhalb der USA gespeicherten E-Mails zu durchsuchen, betonte Microsoft-Justiziar David Howard in einem Blog-Eintrag bereits im April 2014.

Microft, Apple & Co. sehen Vertrauen in die Cloud gefährdet

Microsoft und die den Konzern unterstützenden IT-Unternehmen wie Cisco und Apple haben ein maßgebliches Interesse daran, ihren Kunden Datensicherheit auch vor direktem Zugriff der US-Behörden zu garantieren. Das sogenannte Cloud-Geschäft ist derzeit eines der wesentlichen Umsatztreiber in der Branche.

Sollten europäische Kunden aus Sorge um die Sicherheit ihrer Daten vor amerikanischen Anbietern den Rücken kehren, hätten diese ein massives Problem.

Schlagworte zum Thema:  Datenübermittlung, Cloud Computing

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