14.07.2015 | Whistleblower

In der EU packen immer mehr aus

Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Ob in Europa mehr betrogen und bestochen wird, lässt sich so nicht sagen. Doch das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) hat mehr Arbeit als je zuvor. Denn immer mehr Behörden und Privatpersonen weisen auf mögliche Betrugsdelikte hin.

Mit 1417 Hinweisen, 123 mehr als im Vorjahr, war 2014 ein Rekordjahr in Sachen Betrugsbekämpfung. Die Folge davon: 234 Ermittlungsverfahren wurden neu eröffnet. Allerdings nicht von OLAF selbst. Denn die Behörde kann nur Handlungsempfehlungen und keine Sanktionen aussprechen.

Verdachtsmomente zu Lasten der EU

Bei OLAF (Office européen de lutte antifraude) können Verdachtsmomente wegen

  • Betrugs oder sonstigen schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten mit potenziell negativen Auswirkungen zulasten von EU-Mitteln oder wegen
  • schwerwiegenden Fehlverhalten von Mitgliedern oder Bediensteten der EU-Organe und EU-Einrichtungen oder wegen
  • missbräuchlicher Verwendung des EU-Logos oder des Namens von EU-Organen oder EU-Einrichtungen gemeldet werden.

Whistleblower machen's online, per E-Mail oder per Post

Für Hinweise gibt es ein Online-Formular in Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch. Die Meldung kann auch per E-Mail oder Post erfolgen. Betrugsfälle ohne Auswirkungen auf die EU sind dagegen der Polizei des jeweiligen Landes zu melden.

Von A wie Außenhandel bis Z wie Zoll

Der Schwerpunkt der 234 Ermittlungen – OLAF hatte insgesamt 397 Handlungsempfehlungen ausgesprochen – lag in den Bereichen Zigarettenschmuggel, Außenhandel, Außenhilfe, Strukturfonds und Zoll.

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