10.11.2014 | Whistleblower

EZB setzt auf Informanten aus der Branche

Whistleblower sollen sich zukünftig direkt an die EZB wenden können.
Bild: EZB

Nachdem die Banken in den letzten Jahren immer wieder im Verruf waren, sollen Rechtsbrüche zukünftig schneller aufgedeckt und bestraft werden. Dazu wird die Aufsicht verschärft und vereinheitlicht. Außerdem soll eine Anlaufstelle für auskunftswillige Informanten eingerichtet werden. Das könnte für deutsche Whistleblower allerdings riskant sein.

Die größten Geldhäuser Europas, 21 davon aus Deutschland, werden künftig von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigt. Die Aufsichtsteams werden von einem Koordinator geleitet, der selbst nicht aus dem Land der jeweiligen Bank kommen darf. Damit sollen nationale Vorlieben und Vorurteile ausgeschlossen sein. Die Aufsicht werde streng, aber fair sein, so die Chefin der europäischen Bankenaufsicht, Daniele Nouy.

Anlaufsstation für Whistleblower direkt bei der EZB geplant

Die Bankenaufsicht setzt beim Vorgehen gegen Korruption und andere Rechtsbrüche vor allem auch auf das System des Whistelblowings. Bei der EZB soll dafür extra eine Anlaufstation eingerichtet werden, an die sich Insider vertrauensvoll wenden können, wenn sie erfahren, dass ihre Bank oder ein Geldinstitut, mit dem zusammengearbeitet wird, gegen geltendes Recht verstößt.

Whistelblower-Schutz in Deutschland immer noch mangelhaft

Whistleblower aus Deutschland werden es sich allerdings zweimal überlegen, bevor sie ihre Informationen weitergeben. Noch immer ist der Whistelblower-Schutz in Deutschland weit unter dem Durchschnitt in den G-20-Staaten, wie eine Studie belegt. Es gibt bisher keinen gesetzlichen Schutz für Whistelblower im Privat- als auch im öffentlichen Sektor. Damit erfüllt Deutschland u. a. immer noch nicht die Anforderungen des Europarat-Zivilrechtsübereinkommens über Korruption.

Interne Compliance-Richtlinien - damit es erst gar nicht zum Whistleblowing kommen muss

Vor Fehlverhalten ist kein Unternehmen wirklich sicher. Deshalb ist es sinnvoll, in internen Compliance-Richtlinien die Vorgehensweise in solchen Fällen festzuhalten. Damit wird den Mitarbeitern signalisiert, dass das Thema ernst genommen wird, und diejenigen, die einen Hinweise geben wollen, wissen, wie sie dabei vorgehen können.

Schlagworte zum Thema:  Whistleblowing, Whistleblower, Europäische Zentralbank

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