17.06.2015 | Soziale Medien

Massenhaft Compliance-Verstöße bei Marken-Accounts

Facebook, Twitter & Co.: Chancen und Risiken für bei Marken-Accounts
Bild: Michael Bamberger

Fast jedes Unternehmen hat eine Facebook-Seite. Auch Twitter, WhatsApp und andere Plattformen haben sich etabliert, ob in der Politik, Bildung oder den Medien. Ohne scheint es nicht mehr zu gehen. Jeder will schnelle Kommunikation. Auf der Strecke bleibt dabei oft die Rechtskonformität, wenn vorschnell Informationen ausgeplaudert oder Daten freigegeben werden, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren.

Unternehmen investieren zunehmend in Facebook, Twitter oder LinkedIn. Dabei unterschätzen sie die Risiken, die sie sich durch die sozialen Medien einhandeln. Wie die Informationsplattform für Schweizer IT-Entscheider in mittleren und großen Betrieben Computerworld mitteilt, kommt es bei der Kommunikation via soziale Medien auch in den weltweit größten Unternehmen massenhaft zu Compliance-Verstößen.

Kunden erwarten stets Neuigkeiten und schnelle Antworten dank sozialer Medien

Große Unternehmen mit Tausenden Mitarbeitern weltweit haben durchschnittlich 320 Marken-Accounts. Ziel dieser Accounts ist die Markenbindung der Kunden. Dafür muss der Inhalt immer wieder Neuigkeiten und Specials bieten, damit das Interesse der Kunden immer groß bleibt. Hinzu kommt, dass bei Anfragen eine schnelle Antwortzeit erwartet wird. Gerade dieses hohe Tempo birgt Risiken.

Compliance-Vorgaben werden nicht wahrgenommen, ignoriert oder absichtlich umgangen

Die Social-Media-Markenseiten der weltgrößten Unternehmen, der Fortune 100, haben im Schnitt 70 Compliance-Probleme, wie die Studie „State of the Social Media Infrastruktur, Part III“ zeigt. Verstöße und Ordnungswidrigkeiten ergeben sich häufig

  • durch öffentliche Kommentatoren,
  • Mitarbeiter, die beim Posten den vorgegebenen Publishing-Workflow nicht wahrnehmen, ihn ignorieren oder absichtlich umgehen.

Compliance-Probleme bleiben fast immer unerkannt

Bei der Flut an Kommunikation sind die internen Compliance-Beauftragten hilflos. Folge: Compliance-Probleme bleiben unerkannt und können so zum rechtlichen und finanziellen Problem werden.

Schnelllebige Kommunikation verleitet zu vorschnellem Handeln

Hat ein Marken-Account Hunderttausende Anhänger ist die Kommunikation extrem schnelllebig. So passiert es, dass in den sozialen Medien immer wieder missverständliche Aussagen gemacht werden, ob von Kunden oder Mitarbeitern. Aber auch Daten werden freigegeben, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren.

Bestehende Marketing- und Content-Publishing-Plattform werden zu selten genutzt

Einerseits wollen die Unternehmen, dass sich ihre Mitarbeiter aktiv in den sozialen Medien mit den Kunden austauschen. Doch zu selten werden die Mitarbeiter auf mögliche Compliance- oder Rechtsverstöße hingewiesen. Nicht einmal die Hälfte der veröffentlichen Posts, so die Studie, findet über eine bestehende Marketing- und Content-Publishing-Plattform statt.

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Schlagworte zum Thema:  IT-Sicherheit, Datenschutz, Social Media, Social Media Marketing, Facebook, Twitter, Xing

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