Bild: MEV-Verlag, Germany

Der österreichische Datenschutzaktivist Max Schrems ist dabei, eine neue Organisation auf die Beine zu stellen, mit der Datenschutzrechte besser geschützt werden sollen. Unter dem Namen noyb (None of your Business) geht sie als Crowdfunding-Projekt an den Start, um die erweiterten Rechte und verschärften Sanktionen der Datenschutzgrundverordnung zu nutzen.

Der Datenschützer Max Schrems ist vor allem durch seine Klagen gegen Facebook bekannt geworden, in deren Folge sogar das bis dahin gültige Datenschutzabkommen Safe Harbor zwischen der EU und den USA gekippt wurde.

Datenschützer Max Schrems  ist kein Unbekannter

Mit seinen Erfolgen gegen Facebook will sich der Österreicher Schrems nicht zufrieden geben und ist daher momentan dabei, eine neue Organisation aufzubauen, die sich künftig noch intensiver für die Datenschutzrechte der EU-Bürger einsetzen soll, um die es seiner Ansicht nach immer noch nicht gut bestellt ist.

Datenschutzverstöße lohnen sich (jetzt) noch

Die derzeit noch geltenden Sanktionsmöglichkeiten bei Datenschutzverstößen hält der Aktivist für zu lasch. Daher lohne es sich für die Unternehmen, sich im Zweifelsfall nicht an die Gesetze zu halten. Mit der Einführung der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung ändere sich dies ab dem Mai nächsten Jahres jedoch. Denn dann werden bei Verstößen erhebliche Bußgelder und Strafen fällig, die im Extremfall im zweistelligen Millionenbereich liegen können, sodass selbst Großkonzerne diese nicht mehr so einfach nebenbei aus der Portokasse zahlen können.

Spendensammlung für den Datenschutz

In der auf den Namen noyb (None of your Business – Geht Dich nichts an) getauften Organisation will Schrems dazu zusammen mit IT-Fachleuten und speziell qualifizierten Juristen den Kampf gegen Datenschutzverstöße aufnehmen. Wie hat man sich das vorzustellen?

  • Über eine Art Crowdfunding-Projekt sollen dazu derzeit rund 500.000 EUR gesammelt werden, mit denen das Projekt zunächst einmal für zwei Jahre finanziert werden kann.
  • Neben Großspendern sind dabei auch kleinere Beträge von privaten Unterstützern gerne gesehen. Interessenten können dazu etwa Fördermitglied werden und erhalten dann je nach Höhe des Jahresbeitrags exklusive Datenschutz-Informationen oder auch einen Anspruch auf individuelle Beratung bei eigenen Datenschutzanliegen.
  • Die neue Organisation sieht sich dabei nicht als Einzelkämpfer, sondern will auch intensiv mit anderen Einrichtungen und Datenschutz-Initiativen zusammenarbeiten.
  • Mehrere europäische Verbraucherschutzverbände haben bereits Interesse an solchen Kooperationen gezeigt.
  • Auch als Anlaufstelle für Whistleblower, die Informationen zu Datenschutz-Verstößen weitergeben wollen, sieht sich die Einrichtung.

Nicht nur auf Konfrontation mit Unternehmen

Noyb geht es dabei allerdings nicht ausschließlich um eine Konfrontation mit Unternehmen, sondern es sollen zugleich auch Informationsangebote wie etwa Richtlinien oder Best-Practice-Beispiele erstellt und veröffentlicht werden, um betroffenen Unternehmen Hilfestellungen bei der Einhaltung der neuen Datenschutzregeln an die Hand zu geben. Bislang lässt die Vorbereitung vieler Unternehmen auf die neuen Anforderungen und Aufgaben, die durch die Datenschutzgrundverordnung auf sie zukommen, noch einiges zu wünschen übrig, wie zahlreiche Befragungen und Untersuchungen immer wieder gezeigt haben.

 

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Termin: 23. Januar 2018 um 14:00 Uhr, Dauer ca. 60 Minuten. Teilnahmegebühr: 98 EUR zzgl. USt.

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Schlagworte zum Thema:  Datenschutz-Grundverordnung, Datenschutz

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