| Recht auf Vergessen

Löschungsanträge von Privatpersonen bei Google oftmals erfolgreich

Recht auf Vergessen: Lösschungsanträge bei Suchmaschinen sind oft erfolgreich.
Bild: Haufe Online Redaktion

Nachdem der EuGH im Mai 2014 Anbieter von Suchmaschinen wie Google dazu verpflichtet hatte, Löschungsanträge von Privatpersonen zu überprüfen und Links gegebenenfalls zu entfernen, wurden in Deutschland rund 120.000 dieser Verweise beanstandet. Rund die Hälfte davon wurde gelöscht.

Seit Mitte letzten Jahres können Einzelpersonen in Europa bei Suchmaschinenbetreibern beantragen, dass Suchergebnisse aus den Trefferlisten entfernt werden, die auf Webseiten verweisen, auf denen sie namentlich erwähnt werden und die unangenehme, nicht (mehr) relevante oder richtige Informationen enthalten.

Recht auf Vergessen

Auslöser des Löschungsanspruch war ein EuGH-Urteil (Rechtssache C-131/12). Es bestätigte das Recht auf Vergessen. Mit ihm soll die Privatsphäre besser geschützt werden und Informationen sollen insbesondere nur dann über die Suchmaschinen zugänglich bleiben, wenn ein öffentliches Interesse daran besteht.

Großes Interesse

In den ersten gut sechs Monaten nach dem Urteil gingen bei der größten Suchmaschine Google knapp 200.000 derartiger Löschungsersuchen aus ganz Europa ein, wobei  insgesamt rund 700.000 URLs beanstandet wurden. Allein aus Deutschland kamen dabei knapp 33.000 derartiger Löschungsanträgen zu ca. 123.000 Links.

In Deutschland rund jeder zweite Antrag erfolgreich

Nach der im Dezember veröffentlichten Statistik des Suchmaschinenanbieters wurden europaweit knapp 40 Prozent der beanstandeten URLs entfernt, in 60 Prozent der Fälle kam das Unternehmen den Anträgen dagegen nicht nach.

In Deutschland lag die Erfolgsquote sogar bei 49 Prozent und damit etwa deutlich höher als in Ländern wie Großbritannien oder Spanien, wo lediglich jede dritte Anfrage (33,9 Prozent) erfolgreich war. In Italien kam Google sogar nur in jedem vierten Fall den Löschungsanträgen nach.

Soziale Netzwerke werden besonders häufig beanstandet

Nach den Google-Zahlen richtet sich ein beträchtlicher Teil der Löschungsanträge gegen Verweise auf Seiten in Sozialen Netzwerken. So wurden etwa in knapp 5.000 Fälle URLs gelöscht, die auf Facebook-Seiten verweisen, auch Google-Groups gehörte mit  etwa 3.400 URLs zu den Websites, auf denen sehr häufig beanstandete Inhalte zu finden waren.

Inhalte werden  nicht gelöscht

Das Entfernen der URLs aus den Trefferlisten der Suchmaschinen macht es zwar erheblich schwerer, die veröffentlichten Informationen zu den Personen zu finden, die eigentlichen Inhalte sind von den Löschungen jedoch nicht betroffen sondern bleiben erhalten.

Informationen zum Löschen

Weitere Informationen zu den Löschungsanträgen hat Google in einer FAQ zusammengefasst. 

Vgl. auch:
Google stellt Löschantrag online

 

Schlagworte zum Thema:  Löschen, Google

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