| Korruptionsbekämpfung immer mehr vernachlässigt?

Transparency und BER gehen getrennte Wege

Band zwischen Transparency und BER ist zerrissen
Bild: Haufe Online Redaktion

Gemeinsam wollte man dafür sorgen, dass es nicht zu Korruption kommt. Zehn Jahre hat die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland deshalb den Flughafen Berlin Brandenburg GmbH begleitet. Doch in den letzten beiden Jahren nahm die Flughafengesellschaft diesen wohl nicht mehr ernst genug. Transparency beendete deshalb die Kooperation.

Es ist das erste Mal, dass Transparency Deutschland von sich aus eine Zusammenarbeit beendet. Doch irgendwann war die Geduld zu Ende. Mit dem zunehmenden Zeitdruck begannen 2012 die Compliance-Probleme beim Hauptsstadt-Flughafen Berlin-Brandeburg (BER).

Seit 2013 gerät er immer wieder wegen Korruptionsverdachtsfällen in die Schlagzeilen. Über die ersten Anhaltspunkte dazu wurde Transparancy Deutschland allerdings offiziell erst 2015 von der Flughafengesellschaft informiert.

Korruptionsbekämpfung mit der Zeit vernachlässigt

Mit dem Integritätspakt hatte Trancparency Deutschland für das öffentliche Beschaffungsverfahren vertragliche Rechte und Verpflichtungen für den Auftraggeber, die Flughafengesellschaft, und die jeweiligen Auftragnehmer ausgearbeitet. Was am Anfang gut funktioniert zu haben scheint, wurde mit steigendem Zeitdruck immer mehr vernachlässigt: die Korruptionsbekämpfung.

Zeitdruck schwächt die Compliance

Fertig werden und den BER endlich eröffnen: Dafür schienen in den letzten Jahren alle Mittel Recht zu sein. Um die Compliance wird sich dabei zu wenig geschert. Eine der Folgen waren unangemessene Preisaufschläge, die erst von behördlichen Ermittlern in Frage gestellt wurden.

Stimmen in anderen Fällen die Preise, konnte es sein, dass Schmiergeld geflossen ist. Immer wieder traten Verdachtsmomente auf. Transparency Deutschland sieht die Gesellschaft unter hohem Druck und die Compliance stark geschwächt.

Transparency wurde erst spät informiert

Der Grund, die Kooperation zu beenden lag aber darin, dass die Antikorruptionsorganisation zu spät über erste Verdachtsmomente informiert wurde. Ohne einen offenen Umgang, auch mit Problemen, kann eine Unterstützung jedoch nicht wirksam erfolgen. BER und Transparency gehen daher jetzt getrennte Wege.

Das könnte Sie auch interessieren:

Auf der sicheren Seite: Compliance Officer des Flughafens Berlin Brandenburg (News vom 18.12.2014)

Compliance implementieren: Korruption systematisch verhindern

Korruption: Kennen Sie die Grenzen?

Schlagworte zum Thema:  Korruption, Schmiergeld, Flughafeneröffnung, Brandenburg, Berlin

Aktuell

Meistgelesen