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Seit dem 09.12.2016 gelten in Frankreich neue verschärfte Vorschriften im Kampf gegen Korruption. Mit dem Gesetz zur Transparenz, zum Kampf gegen die Korruption und zur Modernisierung der Wirtschaft (Sapin II) wurde jetzt erstmals eine Pflicht zur Einrichtung eines Compliance-Programms für Unternehmen einer bestimmten Größe eingeführt.

Neuheiten der Anti-Korruption in Frankreich

Mit dem Gesetz Sapin II wurde ebenfalls

  • der Schutz von Whistleblowern verstärkt,
  • die Pflicht geschaffen für Unternehmen mit 50 Mitarbeiter und mehr ein Whistleblowingsystem einzuführen,
  • eine neue Anti-Korruptionsbehörde geschaffen und
  • ein strafrechtlicher Deal zugunsten von Unternehmen vorgesehen.

Erstmals können Unternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern und einem Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro gesetzlich verpflichtet werden, als präventive Maßnahme ein Compliance-Programm im Bereich der Korruptionsbekämpfung einzurichten. Eingeführt werden muss unter anderem

  • ein Verhaltenskodex zu Korruption oder unerlaubten Einflussnahme,
  • ein internes Hinweisgeberverfahren,
  • regelmäßige Risikoanalysen sowie
  • die Bewertung von Kunden und Zulieferern hinsichtlich des mit ihnen verbundenen Risikos.

Sanktionen bei Verstößen

Für den Fall von Verstößen gegen den Verhaltenskodex durch Arbeitnehmer sind disziplinarische Sanktionen vorzusehen. Verstößt ein Unternehmen gegen die neuen Präventionspflichten, reichen die Sanktionsmaßnahmen von einer einfachen Abmahnung bis hin zu empfindlichen Geldstrafen von bis zu 200.000 Euro für natürliche Personen und 1 Million Euro für juristische Personen.

Was bedeutet das für deutsche Unternehmen?

Sofern deutsche Unternehmen Tochtergesellschaften in Frankreich haben, sind sie, je nach Größe, von der Pflicht zur Einführung eines Antikorruption Compliance Management Systems und/oder eines Whistleblowingssystems betroffen.

Veranstaltung: Compliance und Antikorruptionsrecht in Frankreich

Die deutsch-französische Wirtschaftskanzlei GGV mit Büros in Paris, Frankfurt und Hamburg veranstaltet dazu am Donnerstag, den 1. Februar 2018 in ihren Räumen in Frankfurt (WestendGate, Hamburger Allee 24, Beginn 8:30 Uhr) einen praxisorientierten Austausch über das französische Compliance und Antikorruptionsrecht mit Beiträgen der GGV-Experten Bénédicte Querenet-Hahn und Dr. Steffen Paulmann, sowie der Compliance-Officer der Haufe-Group Chloé Saby. Moderator ist Christian Preiser, Chefredakteur des Mittelstandsmagazins Markt und Mittelstand.


Siehe auch: 

Frankreich verpflichtet Unternehmen zur aktiven Korruptionsvermeidung

Compliance in Germany and France

Schlagworte zum Thema:  Compliance-Organisation, Compliance-Beauftragter, Compliance, Interkulturelle Kompetenz

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