22.09.2016 | Compliance-Kultur

Hohe Risikobereitschaft bei deutschen Managern in Sachen Korruption

Korruption ist noch weit verbreitet in Deutschland. Woran liegt's?
Bild: Haufe Online Redaktion

Trotz aller Korruptions-Skandale und Affären, die Deutschland in den letzten Jahren hatte, steht die Korruptionsbekämpfung in den Top-Etagen nicht an erster Stelle. Das wirkt sich auch auf die Risikobereitschaft aus. Sie ist deutlich höher als in den Ländern, die sich intensiver um die Bekämpfung von Korruption und Bestechung kümmern.

600 Compliance-Verantwortliche von multinationalen Konzernen auf der ganzen Welt wurden von der internationalen Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells zur Korruptionsbekämpfung befragt. Bei nur 54 % aller Vorstandsvorsitzenden steht laut der Umfrageergebnisse das Thema an erster Stelle der Prioritätenliste.

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In Japan und den USA wird das Thema Korruption ernster genommen

Ganz oben steht das Thema Korruptionsbekämpfung allerdings bei 73 % der japanischen und bei 72 % der amerikanischen Vorstände. In diesen Ländern nimmt ein Großteil der Vorstandsvorsitzenden zudem regelmäßig an einem Anti-Korruptionstraining teil. In Japan sind es 68 % in den USA 67 %.

Nur 50 % der deutsche Vorstandsvorsitzenden nehmen an Anti-Korruptionstraining teil

Ein deutlich geringeres Interesse zeigen deutsche Vorstandvorsitzende an einem Anti-Korruptionstraining. Nur rund 50 % bilden sich zum Thema Bekämpfung von Korruption und Bestechung ständig weiter.

Je unwichtiger das Thema Korruption eingestuft wird, desto höher ist die Risikobereitschaft

In Länder, in denen sich die Konzernleitung ausführlich mit dem Thema Korruption und Bestechung auseinander setzt, wie etwa in Japan oder den USA, scheint die Bereitschaft deutlich geringer zu sein, sich an unsauberen Geschäften zu beteiligen. Laut Aussagen der Compliance-Verantwortlichen würden bei einem Korruptionsverdacht,

  • 64 % der US-Vorstandsvorsitzenden,
  • aber nur 54 % der deutschen Unternehmensführer und
  • sogar lediglich 48 % der Entscheider von französischen Konzernen

auf den Geschäftsabschluss verzichten.

Compliance implementieren, Korruption verhindern - was ist zu tun?

Wer bestechen will, muss über unkontrollierte Gelder verfügen und Bestechungszahlungen verdeckt leisten können. Daher beginnt Korruptionsprävention im Unternehmen mit der Einhaltung allgemeiner Sorgfaltspflichten für das Prozessmanagement, wie z. B. Vier Augen Prinzip, Funktionstrennung u. a.

Was sonst noch zu tun ist, um Korruptionsprävention im Unternehmen zu verankern, lesen Sie im Haufe-Fachbeitrag Korruption verhindern: Grundlagenwissen und Verhaltensregeln.

Das Haufe e-Training "Korruptionsprävention" hilft Ihnen, Ihre Mitarbeiter im Unternehmen für Korruptionsvergehen im Geschäftsalltag zu sensibilisieren. Die Mitarbeiter erfahren, was sie ganz persönlich zur Verhinderung von Korruption beitragen können.

Schlagworte zum Thema:  Korruption, Bestechung, Schmiergeld, Compliance-Manager, Compliance-Officer, Compliance-Beauftragter, Compliance-Kultur

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