FTA: Immer mehr Unternehmen engagieren sich für Nachhaltigkeit

Der europäische Verband „Foreign Trade Association“ (FTA) fußt auf einer Eigeninitiative europäischer Unternehmen - in erster Linie Einzelhändler und Importeure. Dabei geht es um nichts weniger als um nachhaltiges Wirtschaften (Sustainabilility) im Sinne einer umfassenden Unternehmensethik, insbesobdere bezüglich der Mindeststandards in den Lieferländern.

Fast jeder Kunde kennt inzwischen die Geschichte von dem Plastiktüten im Meer, auch an den Unternehmen ist sie nicht vorüber gegangen: Die Liste allein der deutschen Unternehmen, die bei der Foreign Trade Association dazugehören, spricht für sich und ist zumindest ein viel versprechender Anfang:

Aldi, Deichmann, Otto, Rewe, Peek & Cloppenburg sowie Hamm-Renn - sie alle machen mit bei der Förderung der verschiedenen Aspekte nachhaltigen Wirtschaftens.

Insgesamt gehören inzwischen mehr als 1.900 Einzelhändler, Importeure und Markenunternehmen zur FTA.

Zusammenschluss verschiedener Nachhaltigkeits-Initiativen

Die FTA ist bisher äußerst rührig und hat bereits diverse Initiativen in Gang gesetzt, darunter die „Business Social Compliance Initiative“ (BSCI) und die „Business Environmental Performance Initiative“ (BEPI), die sich künftig unter dem gemeinsamen Dach der „FTA Sustainabilility“ zusammenschließen.

Steigerung der Nachhaltigkeit bei Arbeitsbedingungen und Umweltschutz

Die wesentlichen Ziele der neuen Dachgesellschaft sind:

  • konkrete Verbesserungen sämtlicher Nachhaltigkeitsaspekte in der Lieferkette des Einzelhandels
  • u.a. durch effektive und systematische Kontrolle der Arbeitsbedingungen bei sämtlichen Lieferanten und Erzeugern,
  • die Formulierung klarer Ziele beim Umweltschutz,
  • die Ausarbeitung effektiver Kontrollmechanismen von Verletzungen der Umweltschutzbestimmungen der gesamten Lieferantenkette.

Ethische Mindeststandards in den Lieferländern

Der Vorsitzende der deutschen Kontaktgruppe der FTA Sustainability, der Textilunternehmer  Daniel Hopp betont, dass die Bereitschaft der Unternehmen „sich für mehr Nachhaltigkeit in der Lieferkette einzusetzen... im Einzelhandel in den vergangenen Jahren stark zugenommen“ hat. Hopp hält es für äußerst sinnvoll,

  • die Aufgaben in den Bereichen Umweltschutz und Arbeitsbedingungen insbesondere in den Lieferländern, bei denen die gesetzlichen Rahmenbedingungen in diesen Bereichen nur unzureichend ausgebildet sind, zu bündeln.
  • In diesen Ländern müssten die unabdingbaren Vorgaben für die Erreichung ethischer Mindeststandards von den Unternehmen her definiert werden.
  • Die von der FTA gegründeten Initiativen sollen dazu beitragen, die Unternehmen zu ermuntern, sich für gerechtere Arbeitsbedingungen und die Beachtung der Grundlagen des Umweltschutzes in den Lieferantenländern zu engagieren.

Dies bezeichnete Hopp als die Hauptaufgabe der von den Mitgliedsunternehmen gegründeten Nationalen Kontaktgruppe.

Kontaktgruppe als ständiger Ansprechpartner für die deutschen Unternehmen

Die Kontaktgruppe hat es sich darüber hinaus zur Aufgabe gemacht, für die deutschen Unternehmen

  • ein Diskussionsforum für sämtliche mit den Bereichen Umweltschutz und Arbeitsbedingungen zusammenhängende Problembereiche zu bieten,
  • die Unternehmen durch sinnvolle Vorschläge bei der Verbesserung der Nachhaltigkeitsaspekte zu unterstützen sowie
  • die Kontakte zu Stakeholdern zu bündeln.

Effektivität durch freiwilliges Engagement

Die stellvertretende Vorsitzende der Kontaktgruppe Maren Barthel, Senior CR-Manager bei der Otto Group, betont, dass das Engagement der Kontaktgruppe sich aus der Eigeninitiative und dem freiwilligen Einsatz der Unternehmen speist und nicht aus irgendwelchen Vorgaben von staatlichen Stellen. Dies sei eine wichtige Bedingung für effektives Handeln.

Die Lieferanten kommen in ein Bewertungssystem

Mit „Supply-Chain–Management Systemen“ haben sich die Einzelhändler und Importeure bereits daran gemacht, die Nachhaltigkeitsperformance ihrer Lieferanten zu bewerten.

  • Zulieferer, die schlechte Ergebnisse erzielen, werden nicht einfach aussortiert, sondern es werden konkrete Maßnahmen zur Verbesserung, beispielsweise durch Schulungen, angeboten.
  • Zulieferer, die sich komplett verweigern, riskieren allerdings, aus der Lieferkette aussortiert zu werden.

Hierdurch wird indirekt Druck auf die Zulieferer ausgeübt, sich in die geforderten Nachhaltigkeitssysteme einzuordnen.

Weitestgehende Einbindung von Stakeholdern

Durch die Kooperation mit den wichtigen Stakeholdern der Lieferländer sowohl in die Formulierung der Ziele als auch in die erforderlichen Kontrollmechanismen (Arbeitgebervertreter, Gewerkschaften, öffentliche Stellen wie Regierungen oder auch Arbeitsämter) soll das Bewusstsein für die Bedeutung nachhaltigen Wirtschaftens und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zusätzlich verstärkt werden.

FTA muss sich an den konkreten Ergebnissen messen lassen

Bei einem Stakeholder-Forum am 6. März in Hamburg beschäftigten sich die Teilnehmer konkret mit der Arbeitssituation syrischer Staatsangehöriger in der Türkei.

  • Nationale und internationale NGO`s und Wissenschaftler haben sich dort mit verschiedenen Lösungsmöglichkeiten für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen befasst.
  • Gerade an der vielfältigen und virulenten Problematik der Beschäftigungsverhältnisse von Syrern in der Türkei wird sich nun aber auch die Effektivität der Arbeit der FTA künftig messen lassen müssen.

Es wird mit Spannung erwartet, welche Fortschritte für die Tätigkeit syrischer Arbeitnehmer in der Türkei hinsichtlich ihrer Arbeitsbedingungen konkret erreicht werden können.

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Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Germanwatch liegt das vor allem am hohen Kohlendioxid-Ausstoß bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas für Energie und Verkehr.

Dem erzeugten Kohlendioxid wird bei den Berechnungen die Fläche der deutschen Wälder und Meere gegenübergestellt, die das entstandene Gas aufnehmen können. Für Schulden auf dem heimischen Öko-Konto sorge darüber hinaus die industrielle Landwirtschaft mit ihrem hohen Flächenbedarf, vor allem für die Fleischproduktion.

Würden alle Menschen so leben und wirtschaften wie die Deutschen, wären 3 Erden notwendig, um den Bedarf an Ressourcen zu decken, errechneten die Umweltschützer - bei einem Leben wie in Indien dagegen nur 0,7.