06.02.2015 | Gläserne User

Neue Nutzungsbedingungen: Facebook setzt auf personalisierte Werbung

Facebook sieht seinem User beim Surfen über die Schulter
Bild: Haufe Online Redaktion

Nach einer "Schamfrist" von 30 Tage hat Facebook trotz anhaltender und heftiger Kritik von Datenschützern und Politik die neuen Nutzungsbedingungen eingeführt und wertet nun auch Daten zum allgemeinen Surfverhalten der Nutzer aus, um Werbung besser zu platzieren.

Wer sich seit dem 30. Januar als Mitglied bei Facebook einloggt oder sich hier neu registriert, stimmt damit automatisch den neuen, umstrittenen Nutzungsbedingungen zu.

Jetzt kommt die personalisierte Werbung

Die wesentliche Neuerung liegt hier darin, dass das Unternehmen sich das Recht einräumen lässt, das Surfverhalten seiner Mitglieder noch umfassender als bisher auszuwerten, um hierüber personalisierte Werbung zu ermöglichen.

Facebook surft mit auf allen Wegen

Bislang hatte das Unternehmen zur Auswahl der Werbeanzeigen vor allem die Aktivitäten berücksichtigt, die in direktem Zusammenhang mit der Nutzung des sozialen Netzwerks standen.

Klickte ein Nutzer beispielsweise auf einer Produkt-Webseite auf die Gefällt-mir-Schaltfläche, so wurden dann später passende Werbeanzeigen eingeblendet. Nun will das Unternehmen nun aber auch die anderen Surfaktivitäten der Mitglieder für diese Zwecke auswerten.

Beispiel

Wenn Sie also im Internet sich über Flugpreise informieren, werden Ihnen auf Facebook Angebote von Fluglinien und Reisveranstaltern als Werbung angezeigt. Auch die Standortdaten, wie sie etwa bei der Nutzung am Smartphone erfasst werden, sollen nun genutzt werden, um Ihnen Werbung von Unternehmen in Ihrer Nähe zu präsentieren.

Kritiker sehen weiterhin Unklarheiten

Um Kritikern entgegenzukommen, hat Facebook immerhin die Informationsseite zu seinen Datenschutzrichtlinien  neu und übersichtlicher gestaltet, zugleich sollen die Nutzer beispielsweise auch erfahren können, weshalb Ihnen eine bestimmte Werbeannonce eingeblendet wird. Auch die Einstellungen zu den Privatsphäre-Optionen wurden angepasst.

Datentausch mit anderen Diensten?

Viele Kritiker halten diese Maßnahmen allerdings für unzureichend und beanstanden nach wie vor eine unzureichende Transparenz. Zudem befürchten sie befürchten, dass Facebook künftig auch Daten und Profile mit seinen anderen populären Diensten wie etwa WhatsApp oder Instagram austauscht.

Bußgeld möglich

Sollte das Unternehmen einen derartigen Datenaustausch zwischen den Diensten planen, will der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar dies per Anordnung untersagen und bei Verstößen ein Bußgeld erheben. Zu den neuen Nutzungsbedingungen habe man Facebook daher bereits einen Fragenkatalog übermittelt, der bis Ende Februar beantwortet werden muss. Anschließend solle über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Nein Danke! Nutzungsbasierter Online-Werbung widersprechen

Wenn Sie nicht möchten, dass Informationen über Ihr Surfverhalten von Facebook genutzt werden, um zielgerichtetet Werbung einzublenden, können Sie dieser nutzungsbasierten Online-Werbung auf der Website YourOnlineChoices  widersprechen. Auf dieser Seite finden Sie zahlreiche Anbieter derartiger Dienste, darunter auch Facebook.

Anbieter gezielt deaktivieren

Sie können hier nun gezielt einzelne oder alle gelisteten Anbieter auf einmal deaktivieren. Durch die Deaktivierung wird auf Ihrem Rechner ein Cookie gesetzt, der diesen Widerspruch zur Verwendung der gesammelten Daten an  die Anbieter übermittelt. Die Erfassung der Daten wird hierdurch jedoch nicht verhindert.

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