Deutsche Bank verbannt WhatsApp & Co vom Diensthandy

Mitarbeiter der Deutschen Bank dürfen künftig keine Messenger-Programme wie WhatsApp oder iMessage mehr auf ihren dienstlich genutzten Smartphones nutzen. Es dürfen auch per SMS keine Nachrichten mehr ausgetauscht werden. Das Unternehmen begründet dies mit der Einhaltung rechtlicher Vorgaben zur Archivierung.

Die Deutsche Bank will verhindern, dass ihre Mitarbeiter untereinander per Messenger-App oder SMS kommunizieren, weil dies so von Behörden gefordert wurde. Leitende Manager des Kreditinstituts bestätigten diesen Schritt, über den die Mitarbeiter bereits informiert wurden.

Messenger-Apps werden auf Diensthandys deaktiviert

Die Funktionen sollen auf den Dienst-Handys noch im Laufe dieses Quartals deaktiviert bzw. die dort installierten Messenger-Apps entfernt werden. Gegenüber den Mitarbeitern bedauerte das Unternehmen diesen Schritt und entschuldigte sich in einem Memo für diese Maßnahme, die die alltägliche Arbeit verändern und zu Komplikationen führen werde, doch sei dieser Schritt notwendig, damit das Unternehmen weiterhin den Vorgaben des Gesetzgebers und der Behörden genügen könne.

Grund:  Fehlende Archivierungsmöglichkeiten

Konkret wird der Verzicht auf die Nutzung von SMS und Messenger-Nachrichten mit den hier fehlenden bzw. gegenüber E-Mail eingeschränkten zentralen Archivierungsmöglichkeiten begründet.

Eine solche Archivierung sei aber aus rechtlichen Gründen und aufgrund spezifischer Anforderungen der Finanzregulierung heraus notwendig. Die Maßnahme soll damit auch der Verbesserung der Compliance-Standard dienen.

Auch dienstlich genutzte Privatgeräte betroffen

Das Verbot der Nutzung von Messenger-Programmen und SMS soll auch für dienstlich genutzte Privathandys der Mitarbeiter gelten, wobei noch offen ist, in welcher Form dies hier umgesetzt werden kann, sofern die IT-Abteilung auf diese Geräte keinen oder nur einen begrenzten Zugriff hat.

Druck der Behörden

Die Deutsche Bank ist gut beraten, hier vorsichtig zu agieren. Grund: In den letzten Jahren ist sie in zahlreiche rechtliche Auseinandersetzungen mit Aufsichtsbehörden verwickelt gewesen. Zudem hat sie sich erst kürzlich auf eine Strafzahlung in Höhe von rund 7 Milliarden US-Dollar mit dem US-Justizministerium geeinigt. Insgesamt hat das Unternehmen seit 2008 rund 14 Milliarden Dollar für Strafen oder Vergleichszahlungen ausgeben müssen.

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