Warten auf die Datenschutzgrundverordnung? Bild: Haufe Online Redaktion

Nicht einmal mehr ein halbes Jahr bleibt Unternehmen, um sich auf die neuen Vorgaben der DSGVO vorzubereiten, denn am 25. Mai 2018 endet die gesetzliche eingeräumte Übergangsfrist. Danach können Verstöße von den Aufsichtsbehörden mit drastischen Geldstrafen geahndet werden. Doch immer noch scheint die Mehrheit der Unternehmen diese Problematik nicht erkannt zu haben. Ein einfacher Online-Test soll jetzt für mehr Aufmerksamkeit sorgen.

In den letzten Monaten haben bereits eine Reihe von Umfragen ergeben, dass viele Unternehmen sich bislang nur sehr unzureichend mit den Anforderungen befasst haben, die durch die neue Datenschutzgrundverordnung aus sie zukommen. Auch eine aktuelle Befragung im Auftrag des Branchenverbands Bitkom bestätigt dies jetzt noch einmal.

Geringe Nachfrage nach Datenschutz-Experten

Für die repräsentative Umfrage wurden deutschlandweit gut 500 Datenschutzverantwortlich in Betrieben mit mindestens 20 Mitarbeitern befragt.

  • Nicht einmal die Hälfte (48 Prozent) dieser Unternehmen hat demnach einen externen Spezialisten hinzugezogen, um sich auf die neue Datenschutzgrundverordnung vorzubereiten.
  • Wenn man externe Fachleute befragt hatte, handelte es sich in den meisten Fällen (35 Prozent) um Anwälte, 29 Prozent der Unternehmen holten sich Hilfe bei externen Prüfern bzw. Auditoren und eine externe Datenschutzberatung nahmen 21 Prozent der Unternehmen in Anspruch.
  • Nur 25 Prozent der Unternehmen setzen zusätzliches Personal zur Umsetzung ein, wobei die meisten Unternehmen (20 Prozent) dabei im Rahmen von Umstrukturierungen auf bereits vorhandenes Personal vertrauen und lediglich 5 Prozent neues Personal für diese Aufgaben eingestellt haben.

Nur jedes 8. Unternehmen rechnet mit vollständiger Umsetzung

„Nur rund jedes achte Unternehmen wird nach eigener Einschätzung bis zum Stichtag die Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung vollständig umgesetzt haben. Angesichts dieses geringen Anteils und der Höhe der möglichen Bußgelder ist die eher geringe Inanspruchnahme von externer Hilfe bei der Umsetzung eher überraschend“,

kommentierte Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsführung die Ergebnisse. Sie wies zugleich noch einmal darauf hin, dass praktisch alle Unternehmen von den Änderungen betroffen seien, da die neuen Vorgaben für alle Unternehmen gelten, die personenbezogene Daten verarbeiten. Allmählich werde die verbleibende Zeit zur Umsetzung für alle Unternehmen, die bislang untätig waren, sehr knapp.

Online-Test zur Standortbestimmung

Um mehr Unternehmen für die Problematik zu sensibilisieren, hat das bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) einen Online-Test unter dem Motto Weg zur DSGVO – Selbsteinschätzung entwickelt, der ab sofort verfügbar ist.

 

In einer eher spielerischen Art und Weise können Verantwortliche hier herausfinden, wie gut ihr Unternehmen bereits vorbereitet ist bzw. wo es noch Aufholbedarf gibt. Die Durchführung dieses Selbsttests ist auch ohne großen Zeitaufwand möglich:

  • Es gibt 28 Fragen, zu denen jeweils die Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind. Es handelt sich dabei nicht um ein Wissensquiz, bei dem richtige Antworten gegeben werden müssen, sondern es soll auf mögliche Defizite aufmerksam gemacht werden.
  • Als Ergebnis erhalten die Teilnehmer daher auch eine detaillierte Auswertung zu den gewählten Antworten sowie eine Beschreibung, wie eine Umsetzung der Vorgaben durchgeführt werden kann.
  • Den Test finden Sie auf der Website des BayLDA .

Höhe der Geldbußen die ab Mai bei DSGVO-Verstößen drohen

Bei Verstößen können gemäß Art. 83 Abs. 4 DSGVO

  • Geldbußen bis 10 Millionen Euro bzw. bis 2 % des weltweiten Jahresumsatzes,
  • in schweren Fällen bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu 4 % des weltweiten Jahresumsatzes verhängt werden.

Diese enorm hohen Geldbußen, die geeignet sind, eine Unternehmensbilanz negativ zu beeinflussen, sollen eine hohe Abschreckungswirkung erzielen und dabei helfen, der Verordnung eine nachhaltige Geltung zu verschaffen. Die den Unternehmen verbleibende Zeit zur Vorbereitung wird knapper. Am 25.5.2018 wird es ernst.

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Video-Seminar zum neuen Datenschutzrecht

Ab dem 25.5.2018 gilt die DS-GVO unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Der Referent Prof. Dr. Boris Paal erläutert die Auswirkungen des neuen Datenschutzrechts. Die Seminarinhalte sind:

  •     Überblick über die die DS-GVO und das BDSGneu,
  •     Anwendungsbereiche, Bußgelder und Sanktionen und
  •     Leitfaden Datenschutz 2018/Compliance-Management.

Videogebühr: 98 EUR zzgl. USt.

Hier können Sie das Video herunterladen.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz-Grundverordnung, Datenschutz, Compliance, Datenschutzbeauftragter

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