Wie sicher sind Ihre Anwendungen? Ein Überblick über Alternativen gibt eine Studie der Universität Wien Bild: Copyright © 2016 Apple Inc.

Nicht nur bei den bekannten Messengern und Sozialen Netzwerken hapert es häufig am Datenschutz, auch weitere Apps und Dienste wie etwa E-Mail oder Navigationslösungen sind in dieser Hinsicht oftmals problematisch. An der Universität Wien wurden jetzt zahlreiche dieser Lösungen untersucht und dabei auch wesentlich datenschutzfreundlichere Angebote entdeckt. Einen Download der Studie finden Sie hier.

Dass der Datenschutz bei Diensten wie Facebook, WhatsApp aber auch den diversen Angeboten von Google, Microsoft oder auch Apple oftmals erheblich zu wünschen übrig lässt, ist den meisten Nutzern bewusst.

Dennoch bleiben sie diesen Apps und Diensten aus unterschiedlichste Gründen treu, etwa weil sie besonders einfach und bequem zu nutzen sind, oder weil sie aufgrund der hohen Nutzerzahlen deutlich umfangreichere Kontaktmöglichkeiten bieten, was vor allem für Messenger-Lösungen und Soziale Netzwerke gilt.

Kriterien der Studie zu App- und Messenger-Sicherheit

Bei der Untersuchung der insgesamt 25 Anwendungen an der Universität Wien bestätigten sich die Vorbehalte von Datenschützern gegenüber den meisten Anwendungen. Studenten untersuchten die Angebote dabei anhand von zahlreichen Kriterien:

  • Informational Control
  • Decisional Control
  • Decisional Control for Audience
  • Behavourial Control
  • Technology Paternalism
  • Privacy by Design
  • Privacy Friendly Default
  • Service Appeal 

In den ersten Punkten ging es dabei um die Transparenz der Datenverarbeitung und die Wahlmöglichkeiten der Nutzer, etwa im Hinblick auf ein mögliches Zurückhalten bestimmter Daten, ohne dass dies zugleich die Nutzung des Angebots beeinträchtigt.

Einfluss und Kontrollmöglichkeiten auf Daten-Weitergabe

Ebenso wurden Einfluss und Kontrollmöglichkeiten auf die Weitergabe bestimmter Daten beurteilt und die Studienmacher überprüften, inwieweit bei den Diensten schon bei der Entwicklung auf Datenschutz geachtet wurde (Privacy by Design) und ob datenschutzfreundliche Einstellungen bereits als Standardeinstellung vorgegeben sind (=  Privacy Friendly Default). Schließlich wurde auch noch die allgemeine Nutzerfreundlichkeit (= Service Appeal) der Anwendungen getestet.

Wenig überraschende Ergebnisse

Fünf verschiedene Produktkategorien wurden getestet:

  • Messenger Apps (z.B. WhatsApp, Viber)
  • Soziale Netzwerke (z.B. Facebook, Twitter, Instagram)
  • Navigations-Apps (z.B. Google Maps, Maps.me)
  • Kalender-Apps (z.B. Google, iCal, Outlook)
  • E-Mail-Apps (z.B. Gmail, Outlook, iCloud)

In nahezu allen dieser Kategorien schnitten die bekannten bzw. populären Apps und Dienste der großen Anbieter im Hinblick auf den Datenschutz schlecht bis bestenfalls durchschnittlich ab.

Allerdings fanden die Studenten in allen Produktkategorien auch Angebote, die sich in diesem Bereich als deutlich besser herausstellten.

Welche Apps und Anwendung schnitten gut ab?

  • Als Messenger-Lösungen empfehlen sich demnach Signal und Wickr Me,
  • bei den Sozialen Netzwerken schnitten beispielsweise Diaspora und Ello gut ab.
  • Datenschutzfreundliche Navigationslösungen sind etwa Here Wego und Osmand,
  • als Kalender-Anwendungen werden Simple und Fruux empfohlen.
  • Wenn Sie vertrauliche E-Mail-Anwendungen suchen, können Sie Ihr Glück mit Runbox oder Tutanota versuchen.

Datenschutzfreundliche Anwendungs-Alternativen nutzen

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... empfiehlt etwa der Datenschutzexperte Jan Philipp Albrecht im Vorwort zur Broschüre mit den ausführlichen Ergebnissen der Untersuchung, die auf dem Webserver der Wirtschaftsuniversität Wien zum Download bereitsteht.

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Schlagworte zum Thema:  IT-Compliance, Geschwindigkeitsüberschreitung, Messenger, Mitschuld, IT-Sicherheit

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