29.07.2014 | Soziale Verantwortung

Sportartikelhersteller wenig weltmeisterlich

Bei Sportartikeln bleibt die soziale Verantwortung häufig auf der Strecke
Bild: mauritius images / STOCK4B-RF

Adidas, Nike und Puma, die Großen in der Branche der Sportartikelhersteller, statteten nahezu alle Mannschaften der Fußball-Weltmeisterschaft aus. Ein heiß umkämpfter Markt, bei dem das Hauptgeschäft allerdings nicht auf dem Sportplatz stattfindet, sondern mit den Fans. Um da vorne mitzumischen, bleibt die soziale Verantwortung schon mal auf der Strecke.

Umweltorganisationen und Sozialverbände kritisieren die Branchenriesen. Sie bemängeln, dass die Hersteller zwar Mitglieder des Verbandes für gerechte Arbeit (Fair Labour Association - FLA) seien und firmeninterne Verhaltensregeln (Codes of Conduct) hätten, allerdings käme bei Kontrollen immer wieder ans Licht, dass die eigenen Regeln nicht eingehalten würden.

Trikot kostet 80 EUR – trotzdem ist der Arbeitslohn viel zu gering

Auf der einen Seite wird bemängelt, dass den Arbeiterinnen zu wenig Lohn bezahlt wird. Unverständlich ist das vor allem vor dem Hintergrund, dass z. B. das Trikot der deutschen Nationalmannschaft im Geschäft 80 EUR kostet. Doch für Material, Lohn und Schiffstransport zusammen werden nur 5 % des Nettopreises, das entspricht 3,36 EUR, ausgegeben.

Kurze Lieferfristen erhöhen den Zeitdruck und verlängern die Arbeitszeiten

Ein weiterer Kritikpunkt sind die sehr kurzen Lieferfristen, die sich negativ auf die Arbeitsbedingungen auswirken. Folgen des hohen Zeitdrucks sind u. a. überlange Arbeitszeiten.

Wenn alle in derselben Fabrik produzieren lassen ...

Die Sportartikelhersteller kontrollieren übrigens die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern selbst. Das führt dazu, dass Schlupflöcher in den Firmenregeln ausgenutzt werden können. Und die kennen alle drei Firmen gleich gut, denn zum Teil lassen sie in denselben Fabriken produzieren.

Gefährliche Chemikalien in den Sportartikeln nachgewiesen

Auch in Sachen Umweltschutz steht mehr auf dem Papier als in der Realität umgesetzt wird. So hatten sich Puma, Nike und Adaidas bereits 2011 selbst dazu verpflichtet, bis 2020 gefährliche Chemikalien aus ihren Produkten und Herstellungsprozessen zu verbannen. Doch Analysen im Auftrag von Greenpeace zeigten, dass Fußballschuhe, Handschuhe sowie Bälle, die jetzt zur WM auf den Markt kamen, wieder gefährliche Chemikalien enthielten. Besonders schlecht schnitt bei der Prüfung Adidas ab.

Puma lässt den Rasen aus kompostierbaren Schuhen sprießen

Puma geht mit einem guten Beispiel voran und zeigt, wie aus einem „grünen“ Fußballschuh grüner Rasen sprießen könnte. In der Öko-Kollektion gibt es einen kompostierbaren Schuh, der verpackt in der Tüte aus Maisstärke schon deutliche Zeichen setzt. Allerdings muss der Verbraucher dafür auch rund 10 EUR mehr bezahlen als für einen herkömmlichen Sportschuh von Puma.

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