CSR-Preisträger stellen sich vor: GROHE

GROHE hat ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2020 will es weltweit das nachhaltigste Unternehmen der Sanitärbranche sein. Für sein sozial und ökologisch nachhaltiges Wirtschaften wurde es mit dem CSR-Preis der Bundesregierung 2017 ausgezeichnet. Michael Rauterkus, Chief Executive Officer (CEO) der GROHE AG, beantwortet der Haufe-Redaktion Fragen zur unternehmerischen Verantwortung.

Die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit hat sich bei GROHE kontinuierlich entwickelt und beschränkt sich nicht nur auf Produkte.

Click to tweet

CSR ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmens-DNA

Haufe Online Redaktion: Herr Rauterkus, seit wann ist CSR ein Thema in Ihrem Unternehmen und wer ist dafür verantwortlich?

Michael Rauterkus: CSR ist seit jeher ein zentraler sowie selbstverständlicher Bestandteil unseres täglichen Handelns und unserer Unternehmens-DNA. Nachhaltigkeit ist für uns ein wichtiges Thema, das sich nicht nur auf Produkte beschränkt. Ein ganzheitlicher Ansatz ist wichtig für uns. Daher ist jeder einzelne unserer rund 6.000 Mitarbeiter aufgefordert, in seinem Einflussbereich Verantwortung zu übernehmen.

Gleichzeitig ist Nachhaltigkeit ein integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und fest im Managementsystem verankert. So wird das Thema von meinem Kollegen Thomas Fuhr, als Chief Operating Officer im Vorstand verantwortet. Der GROHE SustainAbility Council berät den Vorstand bei allen strategischen Nachhaltigkeitsaktivitäten, so dass diese erfolgreich umgesetzt und kontrolliert werden können.

Wir haben uns vorgenommen, GROHE zum Referenzstandard zu machen

Haufe Online Redaktion: Was motiviert die GROHE AG, sich für sozial und ökologisch nachhaltiges Wirtschaften einzusetzen?

Michael Rauterkus: Die klare Notwendigkeit zu handeln und nachhaltige Verantwortung für Mensch und Umwelt zu übernehmen! Diese Leidenschaft hat in den letzten Jahrzehnten bereits zahlreiche Nachhaltigkeitslösungen und Projekte hervorgebracht. Für uns als Marktführer ist es Ehrensache, mit gutem Beispiel voranzugehen. Wir haben uns vorgenommen, GROHE über unsere Branche hinaus zum Referenzstandard zu machen.

Wir kontrollieren mehr als 90 % unserer Wertschöpfungskette und können so den Großteil der Prozesse selbst direkt beeinflussen. Darüber hinaus integrieren wir unsere Geschäftspartner, von Lieferanten bis hin zu Kunden, um entlang der gesamten Kette die Nachhaltigkeit zu verbessern. Gleichzeitig fördern wir Aktivitäten und Maßnahmen, die zum Umweltschutz, der Ressourcenschonung sowie der Verbesserung von Arbeitssicherheit beitragen. Seit 2011 zeichnen wir mit der GROHE SustainAbility Trophy Kollegen aus, die sich erfolgreich dafür einsetzen, unsere Prozesse noch nachhaltiger auszurichten.

Wir wollen uns einer kritischen und qualifizierten Bewertung durch die CSR-Jury stellen

Haufe Online Redaktion: Und was war der Grund, am Wettbewerb um den CSR-Preis der Bundesregierung teilzunehmen?

Michael Rauterkus: Unser Engagement im Bereich Nachhaltigkeit hat uns bereits weit gebracht. Wir sind jedoch überzeugt, dass wir immer noch besser werden und von anderen Best Practices lernen können. Daher wollten wir uns einer kritischen und qualifizierten Bewertung durch die CSR-Jury stellen und neue Impulse aufgreifen. Bei solch einem Wettbewerb geht es für uns nicht nur um eine Standortbestimmung. Wir legen Wert darauf uns intensiv mit anderen Unternehmen auszutauschen, die in dem Bereich aktiv sind.

Über die Auszeichnung freuen wir uns sehr! Diese spornt uns an, uns auch in Zukunft kontinuierlich mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen und ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele in Einklang zu bringen.

CSR bei GROHE heißt u. a. den CO2-Fußabdruck um 20 % verringern

Haufe Online Redaktion: Bis 2020 will GROHE das nachhaltigste Unternehmen in der Sanitärbranche weltweit sein. Woran lässt sich das festmachen?

Michael Rauterkus: Wir möchten unsere Fortschritte messbar machen und haben uns ambitionierte Ziele gesetzt: Bis 2020 soll bei GROHE die Energieeffizienz um 20 % gesteigert und der CO2-Fußabdruck um 20 % verringern werden. Projekte ganz unterschiedlicher Größenordnung tragen hierzu bei: Von der Umstellung auf LED-Leuchtmittel über den Einsatz von FSC/PEFC zertifiziertem Papier bis hin zu unserem nach ISO 50001 zertifizierten Energiemanagementsystem. Weitere wichtige Meilensteine sind die Einrichtung der Blockheizkraftwerke in den Standorten Hemer und Lahr sowie der aktuelle Bau eines neuen Werks in Klaeng, Thailand. Dieses wird auch aus der Perspektive der Nachhaltigkeit eine der modernsten Fabriken Südostasiens sein.

Nicht zuletzt tragen natürlich auch unsere Produkte zu einer nachhaltigen Ausrichtung bei. Rund 10 % des privaten Wasserverbrauchs werden durch unentdeckte Leckagen verschwendet. Dies wollen wir verhindern. Daher haben wir GROHE Sense Guard entwickelt. Eine intelligente Wassersteuerung, die selbst kleinste undichte Stellen frühzeitig erkennt und somit ein Eingreifen ermöglicht. Im Falle eines Rohrbruchs wird sogar die Wasserversorgung durch das System selbstständig unterbrochen und somit verhindert, dass aus einem Tropfen eine Überschwemmung wird.

CSR als Wettbewerbsvorteil aber auch zentrales Element eines lernenden Unternehmens

Haufe Online Redaktion: Und wie stark ist die Konkurrenz?

Michael Rauterkus: Innerhalb des Wettbewerbs um den CSR-Preis wurden zahlreiche herausragende Initiativen präsentiert. Am Ende konnten wir uns in einem starken Wettbewerb gegen Unternehmen wie Ford und Unilever durchsetzen, die ebenfalls hervorragende Arbeit im Bereich der Nachhaltigkeit leisten. In unserer Branche nimmt GROHE bereits heute eine Vorreiterrolle ein, was durch diverse Top-Platzierungen gewürdigt wird. Dabei gilt für uns, dass gegenseitige Inspiration auch über die Unternehmensgrenzen hinweg ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg ist. Im Vordergrund steht: gemeinsam Veränderung herbeizurufen, voneinander zu lernen und kontinuierlich an der Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsthemen zu arbeiten.

GROHE Blue - Trinkwassersystem als nachhaltige Alternative

Haufe Online Redaktion: In der Preisvergabe heißt es, Sie adressierten das Thema Dekarbonisierung vorbildlich. Was ist darunter zu verstehen?

Michael Rauterkus: Damit sind alle Maßnahmen zu CO2-Einsparungen entlang der Wertschöpfungskette gemeint. In Bezug auf unsere Produktangebote ist GROHE Blue ein gutes Beispiel wie wir zu einer CO2-Einsparung beitragen. Es ist ein Trinkwassersystem, welches gefiltertes und gekühltes Wasser, still oder sprudelnd, direkt aus der Armatur liefert. Universitätsstudien haben gezeigt, dass unser System gegenüber Flaschenwasser mehr als 60 % CO2 einspart. Durch den Verzicht auf Plastikflaschen wird zudem Müll im Haushalt vermieden.

Eine verbesserte CO2-Bilanz spielt aber auch innerhalb unserer Betriebsabläufe eine Rolle. Hervorzugeben sind hier die Blockheizkraftwerke, mit denen die Kohlenstoffemissionen effektiv um mehr als 17.000 Tonnen pro Jahr reduziert wird oder ressourcenschonendere Verpackungen, durch die sich die Bilanz beim Materialeinsatz und Transport merklich verbessert.

Soziale Verantwortung weltweit durch das GROHE Programm "Dual Tech"

Haufe Online Redaktion: Was verbirgt sich hinter dem Programm Dual Tech? Und in welchen Schwellenländern ist GROHE mit dieser Initiative aktiv?

Michael Rauterkus: 2009 hat GROHE in partnerschaftlicher Allianz mit Don Bosco Mondo e.V. das Dual Tech Programm ins Leben gerufen. Es bietet jungen Leuten in Schwellenländern, beispielsweise in den Städten Mumbai, Neu-Delhi und Manila-Tondo, eine Ausbildung zum Sanitärinstallateur. Das Projekt umfasst dabei weit mehr als eine rein finanzielle Unterstützung. Wir tragen dazu bei, das Sanitärhandwerk vor Ort weiter zu professionalisieren. So unterstützt das Programm nicht nur die Auszubildenden, sondern wirkt auch dem Fachkräftemangel der Region entgegen und fördert gleichzeitig die Weiterentwicklung dieses Wirtschaftszweiges.

CSR ist auch auf dem Arbeitsmarkt ein wichtiges Kriterium

Haufe Online Redaktion: Und was macht GROHE in Deutschland zu einem attraktiven Arbeitgeber?

Michael Rauterkus: Viele Menschen wollen bei einem Unternehmen arbeiten, das einen Beitrag leistet. Nachhaltigkeit ist somit auch auf dem Arbeitsmarkt ein wichtiges Kriterium. Qualifizierte Bewerber erwarten heute, dass das Unternehmen nicht nur wirtschaftlich erfolgreich ist, sondern auch ökologisch und gesellschaftlich verantwortlich handelt.

GROHE bietet zudem eine besondere Kombination aus Start-up Mentalität, deutschem Mittelstand und internationalem Konzern: Kurze Entscheidungswege und eigenverantwortliches Handeln der Mitarbeiter zeichnen uns aus. Gleichzeitig setzen wir auf langfristig ausgerichtete Strukturen mit internationalen Entwicklungsperspektiven innerhalb der LIXIL Gruppe. Wir unterstützen unsere Mitarbeiter mit vielfältigen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und nicht zuletzt ist die starke, globale Marke GROHE ein entscheidender attraktiver Faktor für die Bewerber.

Haufe Online Redaktion: Worin sehen Sie persönlich die größte Herausforderung, die CSR an ein Unternehmen stellt?

Michael Rauterkus: Eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit ist unverzichtbar und gleichzeitig eine Herausforderung. Es geht darum, die Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg, dem Schutz der Umwelt und gesellschaftlicher Verantwortung zu finden. Dies darf jedoch nicht ausschließlich über isolierte Projekte definiert werden. Vielmehr sollte eine durchgängig nachhaltige Ausrichtung als gelebte Selbstverständlichkeit und Teil der Geschäftsstrategie etabliert werden. Dabei gilt es mit weniger Ressourcen steigende Kundenansprüche zu erfüllen. Bei GROHE verstehen wir dies als pure Freude an Wasser – mit einem reinen Gewissen.

Haufe Online Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Rauterkus.

Die Fragen stellte Bettina Brucker M. A., Freie Journalistin und Autorin.

GROHE ist der weltweit führende Anbieter von Sanitärarmaturen und eine globale Marke für innovative Sanitärprodukte. Das Unternehmen verfügt über 5 eigene Produktionsstandorte, 3 in Deutschland und je einen in Portugal und Thailand. Das Unternehmen beschäftigt heute rund 6.000 Mitarbeiter.

Schlagworte zum Thema:  CSR