25.11.2016 | Compliance-Symposium 2016 - Nachbericht

Compliance-Kultur und Compliance-Management-System funktionieren nur gemeinsam

Zertifizierbares Compliance-Management-System – der Universal Standard der Deggendorfer Schule.
Bild: Haufe Gruppe

Wie kann man Compliance verstärken, um Compliance-Defizite und vor allem echte Fälle zu vermeiden? Diese Fragen wurden auch auf dem Frankfurter Symposium Compliance & Unternehmenssicherheit am 16. November oft gestellt. Die Antwort aus den Vorträgen: Compliance ist nur als Symbiose von Kultur und System erfolgreich.

Große Resonanz in der Compliance-Szene

Warum haben in diesem Jahr so viele Verstöße das Thema Non-Compliance in die Schlagzeilen gebracht? Und wie sollte man anders bzw. besser machen? Die Antwort, vom Podium wie im Pausengespräch: Die Menschen bleiben die wichtigsten Compliance-Treiber und Unterstützer. Dazu benötigen sie einen einfachen Zugang zu Compliance-Regeln, Prozessen und Vorgaben. In der digitalen Zeit können vor allem webbasierte Tools den Organisationen helfen, eine Compliance-Akzeptanz und dadurch operative Nachhaltigkeit zu erreichen.

Beim 15. Frankfurter Symposium Compliance & Unternehmenssicherheit wurde in diesem Jahr mit über 600 Anmeldungen eine Rekordbeteiligung registriert. Dazu trugen auch interessante Gesprächsrunden mit BGH-Richter Prof. Thomas Richter oder Volkswagen-Chief Compliance Officer Dr. Christine Hohmann-Dennhart bei.

Panama Papers, Transparenz und Compliance-Kultur

Mit einer Rückschau stimmte Steffen Salvenmoser von Mitveranstalter PwC die Teilnehmer ein. Das Compliance-Jahr 2016 nannte er „turbulent. Die größte Überraschung waren für ihn die „Panama-Papers“ und der Umgang damit in den Medien. Nicht alle Unternehmen sind mit schlechten Absichten in Panama registriert, hier hätte er sich eine stärkere Differenzierung gewünscht.

Mehr Vertrauen in bestehende Regeln wünschte sich Prof. Dr. Thomas Fischer, Vors. Richter am BGH, und mahnte weniger Aufregung, dafür mehr Entspanntheit an. Compliance dürfe keine „Abdichtungs- und Schutzschicht für den Vorstand“ sein, sondern solle Transparenz über die entsprechenden Inhalte und Situationen im Unternehmen erzeugen.

Frau Dr. Hohmann-Dennhart hob die Wichtigkeit der Compliance-Kultur vor: „Ohne die interne und externe Wiedergewinnung des Vertrauens für Compliance mit überschaubaren Regeln und Prozessen kann man Compliance nicht erfolgreich steuern und verbreiten. Wir arbeiten gerade daran bei VW.“

Nicht alle Interviews und Vorträge erfüllten die Erwartungen. Oft wurde nur das Bekannte wiederholt, neue Erkenntnisse gab es eher selten.

Bedarf an funktionierenden Compliance-Management-Systemen ungebrochen

Einen pragmatischen Ansatz stellte das Referententeam der Haufe Gruppe mit Prof. Josef Scherer (TH Deggendorf), Karl Würz (CompCor) und Michael Bernhard (Haufe) vor. Thema war die Zertifizierungsmöglichkeit für ein Compliance Management System nach dem Universalstandard der Deggendorfer Schule auf Basis des Haufe Compliance Managers.

Der Universalstandard deckt verschiedene Normen wie ISO 19600, PS 980, COSO I und auch den neuen ISO 37001 ab (S. Abb. 2 in der Bilderserie). Dadurch können verschiedenste Anforderungen von Kunden und Stakeholdern in einem Verfahren geprüft und erfüllt werden. Maßstab der Zertifizierung ist jeweils die Maßnahmenplanung, Delegation, Schulung, Kontrolle und Dokumentation für die einzelnen Funktions- und Aufgabenbereiche.

Um diese Kriterien aus einer Hand zu erfüllen, bietet sich ein integriertes System an. Dieses erfordert z. B.

  • Kommunikation und Delegation von Regeln durch ein Richtlinienmanagement,
  • Information, Genehmigung und Dokumentation von Einladungen, Geschenken etc. über ein Zuwendungsregister,
  • die Bearbeitung und Dokumentation von Verdachts- und Vorfällen durch ein Case Management,
  • ein Hinweisgebersystem,
  • vertiefende Schulungsmöglichkeiten mit Compliance e-Trainings einschließlich
  • entsprechender Lernerfolgskontrollen durch Abschlusstests,

Alle Elemente und deren Status können die Compliance-Verantwortlichen über ein Dashboard (S. Abb. 3 in der Bilderserie) jederzeit steuern und überwachen.

Die Haufe Gruppe führt ein solches System, den Haufe Compliance Manager, derzeit selbst ein.

Compliance-Management-System von Haufe
Compliance-Management von Haufe hilft Ihnen, regeltreues Handeln unternehmensweit zu verankern. Die Haufe-Lösung ist ein integriertes System mit individuell wählbaren Modulen aus den Bereichen Compliance-Prozessmanagement, Compliance-Training und Compliance-Consulting. Die Basis-Lösung ist sofort einsetzbar.

Hier geht's zur Bilderserie "Zertifizierbares Compliance-Management-System – der Universal Standard der Deggendorfer Schule"

Schlagworte zum Thema:  Compliance-Management, Compliance-Kultur

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