Die Bedeutung und Herausforderung von Compliance

„Verantwortung und Nachhaltigkeit: Respekt für Mensch und Umwelt“ ist einer der zentralen Unternehmenswerte von MANN+HUMMEL. Mit seinem Kodex unterstreicht der Filtrationsspezialist seine werteorientierte Unternehmensführung - und macht deutlich, was das Handeln im Unternehmen auszeichnet: hohes Verantwortungsbewusstsein und gegenseitige Wertschätzung.

​​​​​​​Interview mit MANN+HUMMEL: Compliance

Marc Blumenauer ist Legal Counsel in der Rechtsabteilung von MANN+HUMMEL. Eine seiner Aufgaben ist die Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Thema Compliance.

„Der enge Draht zur Geschäftsführung und Themenstellungen dort zu platzieren“ sind seine größten Empfehlungen für die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens.

Das Interview führten Colline Jux und Günther Lehmann der Haufe Gruppe.

​​​​Die Bedeutung und Herausforderungen von Compliance

Was bedeutet Compliance für Sie?

Compliance entspringt der regulatorischen Seite und bedeutet die Sicherstellung der Einhaltung von Gesetzen und der internen Regelungen.

Die Bedeutung von Compliance wächst – auch im Mittelstand. Dennoch blicken viele sehr gelassen auf die brisante Thematik. Vielleicht zu gelassen. Denken Sie, dass die Compliance-Risiken im Mittelstand noch unterschätzt werden?

Nein, das würde ich nicht sagen. Kein Unternehmen kommt mehr an Compliance vorbei und das wird auch nicht ignoriert. In den letzten Jahren konnte eindeutig festgestellt werden, dass Compliance auch auf der Führungsebene angekommen ist. Natürlich haben die „Großen“ darauf einen enormen Einfluss aber die Welle erreicht nun auch die kleineren und mittelständischen Unternehmen.

Auf der Führungsebene „angekommen“ ist das eine, aber wie sieht es mit der Umsetzung aus?

Der finanzielle Engpass und die fehlenden personellen Ressourcen sind natürlich nicht zu unterschätzen. Es ist Aufgabe der Führungsebene hier die richtigen Schwerpunkte zu setzen.

Dafür ist Compliance nicht überall gleich stark ausgeprägt und jedes Unternehmen sollte seinen unternehmensindividuellen Stil finden. Compliance muss maßgeschneidert sein und ist abhängig von dem Ergebnis der Risikobewertung, die bei der Einführung von Compliance-Management-Systemen (CMS) durchgeführt werden sollte.

Was sind grundsätzlich die größten Herausforderungen und Hürden bei der Einführung eines Compliance-Systems?

Hier sehe ich vor allem zwei Herausforderungen.

Zum einen die personellen Ressourcen. Der Compliance Verantwortliche sollte nicht nur ein Fachexperte sein, sondern auch die persönlichen Fähigkeiten, die Soft Skills, für diese Positionen besitzen. Zudem ist eine tiefe Einarbeitung in die Unternehmenskultur notwendig.

Zum anderen muss Compliance vorgelebt werden. Der Compliance-Verantwortliche oder die -Abteilung müssen Compliance in die Unternehmenskultur integrieren.

Aber wenn das Vorleben, wie Sie sagen, die größte Herausforderung der Compliance-Abteilung ist. Wo bleibt dann die Verantwortung der Führungsebene?

Compliance ist immer Chefsache. Allerdings werden diese Aufgaben häufig delegiert. Hier gilt es zu beachten, dass der Compliance-Verantwortliche die uneingeschränkte Unterstützung des Top-Managements erhält. Wenn diese nicht vorhanden ist, hat der Verantwortliche im Prinzip schon verloren.

Nichtsdestotrotz ist es Aufgabe des Verantwortlichen, diesen Werte-Prozess voranzutreiben. Die Werte-Kultur ändert sich nicht von alleine. Das ist viel Arbeit und ein stetiger Prozess, der immer wieder erneuert werden muss. Unterstützende Treiber können noch die Kommunikations- und die HR-Abteilung sein.