Vor dem Erwerb eines Unternehmens oder einer maßgeblichen Beteiligung wird in der Regel von Unternehmen eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. Unternehmen können sich somit vor ihrem Kaufvorhaben absichern, indem bei der Prüfung steuerliche und finanzielle Risiken sowie weitere riskante Compliance-Bereiche analysiert und identifiziert werden.

Due Diligence ist ein Prüfungsverfahren, welches meist in drei Schritten abläuft.

Compliance Due Diligence - Definition: was ist das, wie läuft es ab?

Im ersten Schritt werden mögliche Risiken des Zielunternehmens identifiziert und analysiert. Dabei werden öffentlich zugängliche Unternehmensaktivitäten, Standorte und auch relevante Märkte mit einbezogen.

Innerhalb des zweiten Schritts wird eine Risikoanalyse durchgeführt. Die aus dem ersten Schritt erworbenen Erkenntnisse werden nach bestehenden Compliance-Risiken ausgewertet und beurteilt. Dabei sollten unbedingt Gespräche mit Compliance-Beauftragten und Angestellten des Zielunternehmens geführt werden. Der Käufer erhält somit auch die Möglichkeit, das bestehende Compliance Management System zu betrachten und zu beurteilen, ob es funktionsfähig ist oder Ausbesserungsbedarf hat.

Im dritten Schritt müssen die Ergebnisse der vorangegangen Prüfung ausgewertet werden. Hierbei sollte vor allem auf die ermittelten Risiken abgestellt werden. Der Käufer sollte auch den Zeit- und Kostenaufwand im Blick behalten: Denn eine beispielsweise spätere Schulung aller Mitarbeiter des Zielunternehmens bedeutet für den Käufer eine Zeit-, aber vor allem auch enorme Kostenbelastung.

Kosten für eine Due Dilligence-Prüfung halten sich im Rahmen. Sie "liegen oftmals im unteren fünfstelligen Bereich" (Sabine Reifenberger: Compliance Due Diligence - Auf wen lasse ich mich ein?).

Compliance Due Diligence - Zielsetzung

Die Prüfung in Form der Compliance Due Diligence hat grundsätzlich ein oberstes Ziel: Unternehmen verschaffen sich einen detaillierten Überblick über alle wirtschaftlichen und finanziellen Risiken. Und nicht nur das – bei der Überprüfung zeigt sich auch, ob eine funktionierende Compliance-Struktur besteht und diese Verstöße verhindert hat oder zumindest unterbunden hat.

Eine Due Diligence Prüfung bei M&A (Mergers und Acquisitions) Transaktionen dient dem Zweck, bei Akquisitionen und Fusionen das Akquisionsprojekt vor dem Unternehmenskauf oder Unternehmensverkauf gründlich zu überprüfen. Innerhalb des M&A-Bereichs sollten folgende Aspekte besonders beachtet werden:

  • Bewertungen und Bilanzen des Unternehmens,
  • die verschiedenen Qualifikationen von Mitarbeitern und ihrer Bereitschaft, sich Veränderungen anzunehmen,
  • die Organisation und Verteilung des Budgets im Unternehmen,
  • die Rückmeldung und Zufriedenheit vom bestehenden Kundenstamm und auch den Mitarbeitern selbst.

Außerdem wird die Prüfung in unterschiedlichen Branchen andere Schwerpunkte haben. Wichtig ist, dass mit der Due Diligence-Prüfung ein detaillierter Überblick geschaffen wird und das Ergebnis gründlich analysiert wird.

Bei der Integrity Due Diligence-Prüfung werden die Geschäftspartner des potenziellen Zielunternehmens überprüft. Eine Geschäftsbeziehung mit unseriösen Partnern kann für die seriösen Partner zu schwerwiegenden Konsequenzen führen. Deshalb sollte man sich vor einer Geschäftsbeziehung gründlich über seinen „Gegenüber“ informieren.

Interview zur Compliance Due Dilligence beim Unternehmenskauf

Über die Bedeutung der Compliance Due Dilligence beim Unternehmenskauf befragte die Haufe Online Redaktion die Rechtsanwälte Barbara Mayer und Dr. Jan Henning Martens von der Kanzlei Friedrich Graf von Westphalen. Das Interview zur Compliance Due Dilligence beim Unternehmenskauf lesen Sie hier.

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