| Gläsern durch Self Tracking?

Bereitschaft Gesundheitsdaten gegen Belohnung an Versicherer weiterzugeben - eher gering

Selbstüberwachte Gesundheitsdaten an Versicherungen weitergeben? Trotz Belohnung lieber nicht sagt die deutliche Mehrheit
Bild: Haufe Online Redaktion

Fitnesstracker werden immer populärer und die hierüber gesammelten Daten wecken immer mehr Begehrlichkeiten, etwa bei Krankenversicherungen, die diese Selbstüberwachung fördern, indem sie für die Bereitstellung dieser Informationen Gegenleistungen anbieten. Allerdings steht die deutliche Mehrheit der Bundesbürger, Datenschützer vorneweg, diesen Angeboten noch eher skeptisch gegenüber.

Immer mehr Krankenkassen und Versicherungen unterstützen ihre Kunden bzw. Versicherten bei der Nutzung von Fitness-Apps und ähnlichen Lösungen, etwa durch einen Zuschuss bei der Anschaffung. Es mehren sich zudem auch Angebote, bei denen die Bereitstellung der hier gesammelten Daten über finanzielle Anreize oder Prämien belohnt werden. Allerdings stehen die meisten Bundesbürger diesem Handel mit Gesundheitsdaten eher skeptisch gegenüber, wie jetzt eine Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Digitale Wirtschaft ergeben hat.

Zwei Drittel wollen keine Gesundheitsdaten weitergeben

Im Durchschnitt wollen demnach rund zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) keine sensiblen gesundheitsbezogenen Daten offenzulegen, selbst wenn im Gegenzug Vergünstigungen oder Prämien angeboten werden. Unter den älteren Bundesbürgern (über 60 Jahre) ist die Bereitschaft zur Datenweitergabe etwa höher als im Durchschnitt (38 Prozent), bei den Jüngeren (14 bis 29 Jahre) ist sie mit 30 Prozent dagegen etwas geringer.

Skepsis bei Datensicherheit

Als Gründe für die Zurückhaltung nannten die Befragten mehrheitlich Unsicherheiten im Hinblick auf die Datensicherheit und die weitere Verwendung dieser Informationen. Diejenigen, die zu einer Datenweitergabe bereit sind, wollen zudem selbst entscheiden können, welche Daten im Detail freigegeben werden, jederzeit Zugriff auf diese Informationen haben und diese Daten schließlich jederzeit auch wieder löschen können.

Bezahlte Vorsorgeuntersuchungen wichtiger als Geld

Unter den Befragten, die grundsätzlich einer Weitergabe zustimmen, wünschten sich die meisten (41 Prozent) bezahlte Vorsorgeuntersuchungen durch die Krankenkasse als Gegenleistung.

  • Direkte finanzielle Gegenleistungen wie  Gutschriften bevorzugten 27 Prozent,
  • bezahlte Präventivkurse oder Prämien wären für 16 bzw. 13 Prozent besonders attraktiv.
  • Bei Berufstätigen ist das Interesse an Vorsorgeuntersuchungen mit 48 Prozent deutlich höher als bei Nicht-Berufstätigen (32 Prozent).
  • Bei den Gutschriften und Prämien ist es dagegen genau umgekehrt, hier haben die Nicht-Berufstätigen ein deutlich größeres Interesse als die Berufstätigen.

Bald Preisanstiege für überwachungsunwillige Kunden?

Kritiker sehen die Bemühungen der Versicherer, mehr Daten über ihre Kunden zu gewinnen, mit erheblicher Skepsis. Insbesondere fürchten sie, dass es in Zukunft  kaum noch möglich sein könnte, sich dieser Überwachung zu entziehen, wenn Tarife ohne diese Kontrollmechanismen nur noch gegen einen hohen Aufpreis angeboten werden, den sich die meisten Kunden nicht mehr leisten können.

Vgl. zu dem Thema Überwachung auch:

Datenschutzbeauftragte warnt vor Fitness-Apps von Krankenversicherungen

Self Tracking

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Günstigere Versicherungstarife bei Überwachung

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Schlagworte zum Thema:  Überwachung, Datenschutz, Gesetzliche Krankenversicherung, Krankenversicherung

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