12.07.2012 | Made in Europe

EU plant Qualitätssiegel für Cloud Computing

Bild: John Foxx Images

Die EU-Kommission will einheitliche Standards für Datenschutz und IT-Sicherheit beim Cloud Computing entwickeln und ein Qualitätssiegel „Made in Europe“ für entsprechend zertifizierte Angebote einführen. Damit soll die Nutzung von Cloud-Diensten vorangetrieben werden.

Cloud Computing ist in den letzten Jahren zwar zu einem beherrschenden Thema in der IT-Welt geworden, doch noch immer haben viele Unternehmen und Organisationen Vorbehalte gegen die Speicherung und Verarbeitung im Internet. Vor allem wird dabei auf ungeklärte Fragen im Hinblick auf die IT-Sicherheit und den Datenschutz verwiesen. Diese Hindernisse will die EU-Kommission abbauen und dazu einheitliche Sicherheits- und Datenschutzstandards für Cloud-Dienste entwickeln.

„Made in Europe“ als Qualitätssiegel

Wie der Spiegel berichtet, wird die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes noch in diesem Monat eine Mitteilung vorlegen, mit der eine ganzheitliche Cloud-Computing-Strategie in der EU beschrieben wird. In dem Mitteilungsentwurf, der der FTD vorliegt, weist die EU-Kommissarin darauf hin, dass man in Europa den vollen Nutzen des Cloud Computing nur dann erleben werde, wenn bestehende Barrieren bei der Einführung und Nutzung der Cloud beseitigt werden können.

Europa hinkt beim Cloud Computing hinterher

Generell stelle die Cloud für die IT-Welt einen ähnlichen Paradigmenwechsel dar wie das Aufkommen des Internet vor etwa 20 Jahren. Derzeit liege Europa bei den Cloud-Diensten jedoch gut 2 Jahre hinter den USA zurück, was auch auf unterschiedliche Regeln zum Datenschutz in den Mitgliedsstaaten zurückzuführen sei.

Neue Standardvertragsklauseln

Wesentliche Komponenten der Mitteilung sind neben dem Zertifizierungsmechanismus auch eine Neuformulierung der Standardvertragsklauseln oder die Entwicklung eines Rahmens für Service-Level-Agreements, mit denen etwa Haftungsfragen geregelt werden sollen. Darüber hinaus sollen die Nutzer ihre Daten schnell und unkompliziert zu einem anderen Cloud-Anbieter übertragen können, wenn sie mit dem alten Angebot nicht mehr zufrieden sind. Schließlich soll es auch einen Dialog mit anderen Staaten wie den USA geben, um die Datensicherheit auch auf globaler Ebene einheitlich regeln zu können.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, EU, Cloud Computing

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