03.06.2014 | Korruptionsverdacht

Neue Turbulenzen am Berliner Flughafen

Korruptionsverdacht beim Flughafen Berlin Brandenburg
Bild: Alexander Obst/Marion Schmieding/Flughafen Berlin Brandenburg

Wenn einmal der Wurm drin ist ... Das denkt sich zurzeit wohl auch Flughafenchef Hartmut Mehdorn. Erst will die Brandmeldeanlage nicht und nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den dafür verantwortlichen Technikchef wegen Korruptionsverdacht.

Die Ermittlungen gegen den leitenden Mitarbeiter wurden wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr aufgenommen. Er soll von einem Auftragnehmer Vorteile gefordert und mit einem Angestellten der anbietenden Firma den Preis abgesprochen haben. Gegen den Angestellten ermittelt die Staatsanwaltschaft deshalb wegen Bestechung. Die Ermittler haben in den Büros Beweismaterial sichergestellt, das nun ausgewertet wird.

Bestechungssumme wird mit einer halben Million beziffert

Auch Zahlen wurden durch Mehdorn bereits genannt. Rund eine halbe Million an Bestechungsgeld soll an den Technikchef des Berliner Hauptstadtflughafens, Jochen Großmann, geflossen sein, als er mit der Vergabe von Aufträgen zu tun hatte. Großmann wurde inzwischen beurlaubt. Er muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.

Korruption am Berliner Flughafen - nur ein Einzelfall?

Mehdorn als Geschäftsführer der Flughafengesellschaft gerät durch den Vorfall selbst unter Druck. Unter anderem stellt sich die Frage, ob es sich nur um einen Einzelfall handelt oder ob auch bei anderen Vergaben und Entscheidungen an der Compliance zu zweifeln ist.

Transparenz und Kommunikation im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre mangelhaft

Auch die Transparenz und Kommunikation innerhalb des Aufsichtsrates scheint nicht immer gegeben zu sein. So kritisiert der Berliner Innensenator und zugleich Aufsichtsratsmitglied Frank Henkel (CDU), dass er von der Affäre erst aus der Zeitung erfahren habe.

Bundesverkehrsminister fordert externes Controlling

Das Vertrauen gegenüber der Flughafengesellschaft ist so stark angeschlagen, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Baukosten in Zukunft extern kontrollieren lassen will. Eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft soll dann den Kostenrahmen, die Kostenentwicklung sowie die Projektfortschritte kontrollieren.

Schlagworte zum Thema:  Bestechung, Korruption, Compliance, Schmiergeld, Good Governance

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