26.09.2013 | Integrierter Fingerabdruckscanner

Fingerabdruck-Anmeldung beim neuen iPhone in der Kritik

Bild: Michael Bamberger

In seinem neuen iPhone-Flaggschiff hat Apple auch eine einfache Authentifizierung des Nutzers über einen eingebauten Fingerabdrucksensor eingebaut. Nicht alle Datenschutzexperten sind jedoch von dieser Technik begeistert.

Nach den Snowden-Enthüllungen zu den umfangreichen Überwachungsaktivitäten der Geheimdienste, die sich dabei auch auf die Kooperationsbereitschaft der großen IT- und Internetkonzerne verlassen können, sorgt vor allem ein neues Feature der jetzt vorgestellten iPhone-Generation für einiges Aufsehen: der integrierte Fingerabdruckscanner.

Anstelle der mühseligen Eingabe eines PIN-Codes soll sich der Nutzer hier mit diesem biometrischen Merkmal ausweisen und das Smartphone vor dem Zugriff durch Dritte sichern.

Umfangreiche Schutzmaßnahmen

Apple selbst weist auf die verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen hin, mit denen man Skeptikern die Angst vor einem Missbrauch dieser Daten nehmen will. Demnach wird auf dem Gerät nicht der Fingerabdruck an sich gespeichert, sondern nur ein verschlüsselter Hash-Wert. Zudem erfolge die Speicherung ausschließlich auf einem speziell gesicherten Bereich des Prozessors und diese Daten sollen das Smartphone niemals verlassen. Schließlich könne nur das iOS-Betriebssystem auf diese Daten zugreifen, während die Nutzung durch Apps ausgeschlossen sei.

Skepsis bleibt

Zumindest bei einigen Datenschützern stößt die Technik jedoch trotzdem auf Ablehnung. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" weist etwa der Hamburger Datenschutzbeauftragte Prof. Dr. Johannes Caspar darauf hin, dass Anwender nicht kontrollieren könnten, was Apps auf einem Smartphone so machen.

Vor allem aber dürfe man spätestens nach dem Prism-Skandal nicht allen technischen Vorkehrungen trauen. Generell sollte Anwender das Prinzip der Datensparsamkeit befolgen und gerade biometrische Daten nur dort hinterlassen, wo dies unumgänglich sei. Etwas weniger problematisch sieht die Sache dagegen der amerikanische IT-Sicherheitsexperte Bruce Schneier, der die Nutzung des Fingerabdrucks immerhin besser findet, als aus Bequemlichkeit auf eine Sperre des Smartphones zu verzichten bzw. eine zu einfache PIN oder ein zu simples Passwort zu verwenden.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz

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