| Nutzerverhalten

Facebook registriert auch, was nicht abgeschickt wird

Facebook merkt sich auch, wenn man eine Nachricht schreibt, aber nicht abschickt.
Bild: Michael Bamberger

Facebook kann die Erstellung einer Nachricht bereits während der Eingabe aufzeichnen, auch wenn diese Mitteilungen dann doch nicht übertragen werden. Das geht aus einer Studie zum Nutzungsverhalten von Facebook-Anwendern hervor.

Zweck der von Facebook selbst initiierten wissenschaftlichen Studie war es, mehr über diese sogenannte Selbstzensur herauszufinden, bei der die Nutzer bereits begonnene oder auch schon fertig formulierte Mitteilungen schließlich doch nicht veröffentlichen, sondern wieder löschen.

Inhalte werden  nicht berücksichtigt

Im Rahmen der Studie wurde das Verhalten von knapp vier Millionen englischsprachiger Facebook-Anwender untersucht. Davon haben gut 70 Prozent mindestens einmal Beiträge wieder zurückgezogen, wobei öffentliche Beiträge auf Pinnwänden oder in der Chronik besonders häufig nicht veröffentlicht wurden.

Männer griffen dabei häufiger zur Selbstzensur als Frauen. Glaubt man den Angaben der Forscher, wurden bei der Studie allerdings ausschließlich die Grunddaten der Eingaben analysiert, also ob eine Person Eingaben begonnen und anschließend wieder gelöscht bzw. diese nicht veröffentlicht hat. Die Inhalte der unveröffentlichten Meldungen wurden demnach nicht erfasst.

Facebook sieht keinen Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen

Das Unternehmen sieht in der Untersuchung keinen Verstoß gegen die Datenschutzbestimmungen, da die Nutzer hier zustimmen, dass sämtliche Daten, die bei Kommunikation mit anderen Teilnehmern anfallen, von Facebook verarbeitet werden dürfen. Eine explizite Regelung zu diesen zurückgezogenen Meldungen, die ja eben nicht kommuniziert werden, gibt es in den Datenschutzbestimmungen bislang allerdings nicht.

Schlagworte zum Thema:  Facebook, Nutzerverhalten, Datenanalyse

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