| Persönliche Daten

Europas Datenschutzbeauftragte fordern Verbesserungen bei Apps

Datenschutzexperten wollen App-Entwickler in die Pflicht nehmen
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die Artikel-29-Gruppe der europäischen Datenschutzbeauftragten sieht bei mobilen Apps ein erhebliches Missbrauchspotenzial. Entwickler und Anbieter sollen deshalb zu größeren Anstrengungen im Hinblick auf den Datenschutz verpflichtet werden.

In einer jetzt veröffentlichten Stellungnahme macht die Artikel-29-Gruppe der europäischen Datenschutzbeauftragten auf die zahlreichen datenschutzrechtlichen Risiken bei mobilen Apps aufmerksam und setzt sich für eine Stärkung des Datenschutzes ein.

Erhebliches Missbrauchspotenzial bei persönlichen Daten

Nach Ansicht der Datenschutzbeauftragten gibt es bei vielen Apps immer noch erhebliche Probleme. Insbesondere bemängelten sie die intransparente Verarbeitung persönlicher Daten und unzureichende Sicherheitsmaßnahmen. Viele Apps hätten weitreichende Zugriffsmöglichkeiten auf persönliche Daten der Nutzer. Zusammen mit den Hardware-Features der Smartphones und Tablets wie etwa GPS-Modul, Kamera und Mikrofon könnten Apps sogar zu Überwachungszwecken verwendet werden. Oftmals würden die Nutzer nicht ausreichend über diese Zugriffe und Datensammlungen informiert, was einen Verstoß gegen europäische Datenschutzbestimmungen darstelle.

App-Entwickler und Anbieter sind gefordert

Vor allem die Entwickler der Apps sollen daher in die Pflicht genommen werden, die datenschutzrechtlichen Pflichten bereits bei der Programmierung zu berücksichtigen und dafür zu sorgen, dass die Apps detailliert darüber informieren, auf welche Daten sie zugreifen. Zudem sollen sich die Apps diese Zugriffsrechte explizit von den Nutzern bestätigen lassen müssen. Darüber hinaus sollen alle Apps eine verständliche Datenschutzerklärung enthalten und einen zentralen Ansprechpartner benennen. Die Speicherfristen sollen zudem begrenzt und Konten nach längerer Inaktivität automatisch gelöscht werden.

Auch für die Betreiber der App-Shops sehen die Datenschützer weiteren Handlungsbedarf. So sollen sie die angebotenen Apps vorab hinsichtlich des Risikos für die Privatsphäre der Nutzer beurteilen und die Entwickler zur Einhaltung der Datenschutzregeln verpflichten. Auch die Hersteller der Hardware und Systemplattformen sollten durch entsprechende Funktionen dafür sorgen, dass die Nutzer ausreichende Kontrollmöglichkeiten im Hinblick auf die Datenverarbeitung durch die Apps bekommen.

Schlagworte zum Thema:  App, Smartphone, IPhone, Datenschutz

Aktuell

Meistgelesen