02.05.2012 | Datensammler

EU will umfangreiche Daten von Flugpassagieren speichern

Bild: Haufe Online Redaktion

Der EU-Rat hat sich auf den Aufbau einer Fluggastdatenbank geeinigt, in der Daten von Reisenden bis zu 5 Jahre gespeichert werden sollen. Auch Flüge innerhalb Europas dürfen von den Mitgliedsstaaten erfasst werden.

Nach den USA will nun auch die EU eine Fluggastdatenbank einrichten. Auf einen entsprechenden Beschluss haben sich die Mitgliedsstaaten im EU-Rat geeinigt. In einer Mitteilung wurden jetzt Einzelheiten zu dieser Datenbank (PNR  –  Passenger Name Records) bekannt gegeben.

Speicherfrist von 5 Jahren

Demnach werden die personenbezogenen Daten über fünf Jahre gespeichert, wobei die Informationen nach 2 Jahren teilweise anonymisiert werden sollen. Während in einem ersten Entwurf lediglich eine Frist von 30 Tagen vorgesehen war, einigten sich die zuständigen Minister der EU-Mitgliedsstaaten nun auf die deutlich längere Zeitdauer bis zur Maskierung dieser Daten. Allerdings sind auch danach noch Rückschlüsse auf die Personendaten möglich, sofern ein Verdacht auf schwere Straftaten oder Terrorismus besteht.

Innereuropäische Flüge als Option

Während die Datenbank zunächst nur auf Flüge zwischen Drittstaaten und EU-Länder beschränkt bleiben sollte, ist es den einzelnen EU-Staaten nach dem Entwurf nun freigestellt, zusätzlich auch ausgewählte Flugrouten innerhalb Europas einzubeziehen.

Umfangreiche Datensammlungen

Nach den Plänen des EU-Rates können bei der Datensammlung bis zu 19 Datenkategorien erfasst werden. Dazu gehören neben

  • Name und Adresse auch

  • E-Mail-Anschrift,

  • Telefonnummer,

  • Kreditkartennummer oder auch die

  • Menüwahl

auf dem Flug. Die Vorlage des EU-Rates muss nun noch vom EU-Parlament beschlossen werden. Ab Juni sollen dazu die Beratungen in Straßburg beginnen.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Angeordneten dort trotz starker Bedenken für die Weitergabe von Fluggastdaten an US-Behörden gestimmt.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, EU

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