| Datenschutzreform

EU-Experten halten Recht auf Vergessen für nicht realisierbar

Spuren im Web werden nicht einfach weggespült
Bild: Haufe Online Redaktion

Mit der Reform des EU-Datenschutzrechts soll ein sog. Recht auf Vergessen eingeführt werden, mit dem Nutzer eine weitreichende Kontrolle über ihre im Web veröffentlichten Daten bekommen. Fachleute halten die Umsetzung dieses Versprechens jedoch für kaum praktikabel.

Jeder aktive Websurfer hinterlässt bei seinen Ausflügen im Netz massenhaft Daten. Besonders brisant sind persönliche Daten, die auf sozialen Netzwerken wie Facebook gepostet werden. Im Zuge der derzeit laufenden EU-Datenschutzreform soll daher ein sogenanntes Recht auf Vergessen im Internet eingeführt werden. Dadurch soll es möglich werden, diese Daten komplett zu löschen, wenn ein Nutzer einmal seine Mitgliedschaft in einem solchen Dienst beendet.

Technische Lösung nicht realisierbar

In einem jetzt veröffentlichten Bericht der EU-Agentur für Informationssicherheit (ENISA) kommen die Fachleute jedoch zu dem ernüchternden Ergebnis, dass eine rein technische Lösung für dieses Recht auf Vergessen ein Ding der Unmöglichkeit bleiben wird. Stattdessen müsse es eine einheitliche Herangehensweise auf unterschiedlichen Ebenen geben, um das Recht auf den Schutz der persönlichen Daten sichern zu können.

Suchmaschinen als Filter

Als pragmatischen Ansatz empfiehlt die ENISA die Einbeziehung von Suchmaschinen zur Filterung der Daten. Die großen Suchdienste könnten demnach die persönlichen Daten, die nicht mehr zugänglich sein sollen, filtern und in ihren Suchergebnissen nicht mehr anzeigen. Die Informationen selbst wären dann zwar weiterhin im Internet vorhanden, könnten dann von Dritten jedoch nicht mehr so einfach gefunden werden.

Schlagworte zum Thema:  EU-Datenschutzreform, Internet, Persönliche Daten, Social Media

Aktuell

Meistgelesen