19.11.2013 | Persönliche Daten

Erste deutsche Versicherung bietet Kfz-Überwachungstarif an

Die Fahrweise soll den Tarif bestimmen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Wer vorausschauend und sicher fährt, soll weniger zahlen: Der Versicherer S-Direkt will umsichtige Autofahrer mit günstigeren Tarifen belohnen. Dafür sollen mit einer Box im Auto Fahrdaten von Versicherten gesammelt werden. Datenschutzexperten raten zur Datensparsamkeit.

Die auf Autoversicherungen spezialisierte Sparkassentochter S-Direkt will jetzt erstmals in einem Zusatzangebot die Fahrdaten ihrer Kunden auswerten und damit von der Fahrweise abhängige Tarife anbieten. Bei dem zusätzlich zu einer Kfz-Versicherung buchbaren Service wird ins Auto des Versicherten eine Box eingebaut, die Daten über das Fahrverhalten speichert. Kunden mit einer sicheren Fahrweise sollen niedrigere Beiträge zahlen.

Ab Januar 2014 können zunächst bis zu 1000 Versicherte das Telematik-Angebot nutzen. Entwickelt hat die Technik der Mobilfunkbetreiber Telefónica. Datenschützer sehen die Speicherung der Fahrdaten bislang kritisch.

Daten werden bei Telefónica gespeichert

Die Telematik-Box soll S-Direkt zufolge etwa Daten über

  • Fahrzeit,

  • zurückgelegte Kilometer,

  • Geschwindigkeitsüberschreitungen und

  • Bremsverhalten

sammeln und auswerten. Die Daten werden nach Angaben des S-Direkt-Vorstandsmitglieds Jürgen Cramer bei Telefónica gespeichert. An S-Direkt würden nur die Kilometeranzahl und auf Basis der Fahrweise errechnete Punktwerte übermittelt. Darüber hinaus soll die Box bei Unfällen automatisch den Rettungsdienst rufen können. Wird das Auto geklaut, lässt es sich über die Telematik orten.

Datenschutzexperten raten zur Datensparsamkeit

Datenschützer hatten sich in den vergangenen Monaten vermehrt kritisch zu den Telematik-Plänen geäußert. Der Sprecher des Landesdatenschutzbeauftragten Nordrhein-Westfalens forderte, dass die Kunden vor Vertragsabschluss umfangreich über die Sammlung der Daten aufgeklärt werden müssten. Er rät zu Datensparsamkeit und deshalb zunächst von einem solchen Vertrag ab. Aber jeder könne das natürlich selbst entscheiden. „Man darf nicht von vornherein sagen: Das geht gar nicht. Das Modell funktioniert sicherlich mit Einschränkungen», so der Sprecher. Eine einheitliche Meinung unter Datenschützern zu solchen Telematik-Lösungen gebe es bislang noch nicht.

Laut S-Direkt wird der Datenschutz strengstens eingehalten: «Es müssen nicht nur Maßnahmen zum Schutz des Lebens der Autoinsassen mit der innovativen Technik verknüpft sein, auch der Schutz der Fahrinformationen muss absolut sichergestellt sein», sagte Cramer.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Kfz-Versicherung, Persönliche Daten

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