25.06.2012 | Transparency Report

Deutschland liegt bei Löschanfragen zu Google-Sucheinträgen vorn

Bild: Haufe Online Redaktion

Google meldet eine steigende Zahl staatlicher Anträge zum Löschen von Netzinhalten wie z. B. Blog-Einträgen oder Videos. Deutsche Gerichte sind in dieser Hinsicht besonders aktiv. Nur aus 4 Ländern kamen mehr Anforderungen.

Nach dem aktuellen Transparency Report, den Google alle 6 Monate veröffentlicht, erhöhte sich die Zahl staatlicher Anfragen zum Löschen bestimmter Netzinhalte von 907 im 1. Halbjahr 2011 auf 1.028 in der 2. Jahreshälfte. Von Gerichten wurden 467 Löschanträge gestellt, in 561 Fällen stammten die Anfragen von Polizei und anderen Behörden. Bei den Gerichtsanfragen, die insgesamt 7.000 Inhalte betrafen, folgte das Unternehmen in rund zwei Dritteln der Fälle diesen Anträgen, bei den polizeilichen Aufforderungen dagegen nur bei knapp der Hälfte (47 Prozent) der Anträge.

Löschanfragen zu Blog-Einträgen, Videos und Werbeanzeigen

Aus Deutschland kamen der Statistik zufolge so viele Löschanfragen wie aus keinem anderen europäischen Land. Weltweit gesehen liegt Deutschland auf dem 5. Rang hinter Indien, Südkorea, den USA und Brasilien. Betrachtet man ausschließlich von Gerichten gestellte Lösch-Aufforderungen, liegen sogar nur noch Brasilien und die USA vor Deutschland. Insgesamt wurden damit im zweiten Halbjahr rund 400 Suchergebnisse, Blog-Einträge, Videos und Werbeanzeigen aufgrund von Anfragen aus Deutschland von Google aus dem Index entfernt.

Google sieht bedenklichen Anstieg

Bei Google selbst wertet man den Anstieg der Löschanträge durch staatliche Stellen in einem Blog-Eintrag als alarmierend. Vor allem, dass auch viele westliche Staaten Anfragen aufgrund politischer Meinungsäußerungen gestellt hätten, sei bedenklich.

Schlagworte zum Thema:  Google, Datenschutz, Gericht, Behörde

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