| Illegaler Datenhandel

Debeka: Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungsverfahren ein

Illegaler Datenhandel? Der Staatsanwalt ermittelt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Bereits Ende Oktober waren Vorwürfe des illegalen Datenhandels gegen Mitarbeiter der Debeka Versicherung bekanntgeworden. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat nun offiziell ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Das jetzt auf den Weg gebrachte Ermittlungsverfahren richte sich gegen unbekannte Mitarbeiter des Unternehmens wegen des Verdachts der Bestechung und der Anstiftung zur Verletzung des Dienstgeheimnisses, teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz am Montag mit. Zudem werde gegen unbekannte Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung ermittelt. Hier bestehe der Verdacht der Bestechlichkeit und der Verletzung des Dienstgeheimnisses.

Debeka-Mitarbeiter sollen in großem Stil Adressen angehender Beamter gekauft haben, um sich einen unerlaubten Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Die Debeka hatte bereits nach ersten Medienberichten Ende Oktober Verfehlungen eingeräumt und kurz darauf interne sowie externe Prüfungen angekündigt. Am Montag bezeichnete das Unternehmen das Ermittlungsverfahren als "sinnvollen Schritt zur Aufklärung" der Vorwürfe. Die Staatsanwaltschaft werde nach Kräften unterstützt.

Finanzaufsicht Bafin und Datenschutz-Aufsichtsbehörde prüfen

Für die externe Kontrolle hatte die Debeka die Finanzaufsicht Bafin verständigt. Darüber hinaus werden die Praktiken vom Haus des rheinland-pfälzischen Datenschutzbeauftragten auf mögliche Datenschutzverletzungen hin unter die Lupe genommen. Diese Prüfung dauere noch an, sagte ein Sprecher am Montag.

Zudem hat das Unternehmen die unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer Überprüfung der unternehmensinternen Prozesse beauftragt.

Adressdaten gegen Geld?

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung - vor allem in Personalverwaltungen - Debeka-Mitarbeitern gegen Geld Anschriften und andere persönliche Daten angehender Beamter mitgeteilt haben. Die Daten sollen dann von Vertretern der Versicherung genutzt worden sein, um den Betroffenen den Abschluss von Versicherungen anzubieten. Ergeben habe sich der Verdacht aus der Prüfung von teilweise anonym eingegangenen Strafanzeigen sowie nach Auswertung von Unterlagen, die die Debeka freiwillig bereitstellte.

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Schlagworte zum Thema:  Adresshandel, Datenschutz, Datenhandel, Versicherung

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