18.07.2014 | Düsseldorfer Kreis

Datenschutzbehörden bieten Orientierungshilfe für App-Anbieter

Viele Apps sind nicht datenschutzkonform. Datenschutzbehörden wollen mit einer Orientierungshilfe Abhilfe schaffen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Immer wieder werden datenschutzrechtliche Mängel bei Apps festgestellt. Die im Düsseldorfer Kreis zusammengeschlossenen Datenschutzaufsichtsbehörden haben nun eine „Orientierungshilfe Apps“ erstellt, die die Rahmenbedingungen für eine gesetzeskonforme Entwicklung und Nutzung von Apps darstellt.

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) hatte im Jahr 2013 bei der datenschutzrechtlichen Prüfung von Apps festgestellt, dass sehr viele Apps vor allem im Hinblick auf die Information der Nutzer, wann welche Daten zu welchem Zweck erhoben und genutzt werden, unzureichend war.

In den Prüfverfahren und Gesprächen mit App-Entwicklern und App-Anbietern stellten die Prüfer fest, dass in der Regel nicht absichtlich datenschutzrechtliche Vorgaben verletzt wurden. Vielmehr ist es sowohl bei den App-Entwicklern als auch bei den App-Anbietern meist die Unkenntnis der Rechtslage – oder die Gleichgültig dieser gegenüber. Diese Einschätzung gewannen die Prüfer, da nach entsprechender Beratung, die von den Anbietern meist dankbar angenommen wurde, den Empfehlungen des BayLDA in fast allen Fällen unverzüglich und vollständig Rechnung getragen wurde.

Düsseldorfer Kreis nennt rechtliche und technische Rahmenbedingungen

Um diese Erfahrungen allen App-Anbietern und Entwicklern zur Verfügung zu stellen, hat nun der Düsseldorf Kreis, ein Zusammenschluss der Datenschutzaufsichtsbehörden für den nicht-öffentlichen Bereich in Deutschland, eine umfassende Orientierungshilfe für App-Anbieter und Entwickler herausgegeben. Der Leitfaden enthält die rechtlichen und auch technischen Rahmenbedingungen, die sich insbesondere aus dem Telemediengesetz, aber auch dem Bundesdatenschutzgesetz ergeben.

Um welche personenbezogenen Daten geht es bei Apps?

Bei Apps fallen zahlreiche Informationen an, die als personenbezogene Daten anzusehen sind. Hier ein Überblick:  

•             IP-Adresse des Nutzers

•             Geräte- und Kartenkennungen (IMEI, UDID, IMSI, MAC-Adresse, MSISDN)

•             Name des Telefons

•             Standortdaten

•             Audiodaten mit Stimmaufnahmen

•             Biometrische Daten

•             Informationen über die App-Nutzung

•             Kontaktdaten

•             Kalendereinträge

•             Registrierungsdaten

•             Anruflisten

•             Nachrichten (z.B. SMS, E-Mails)

•             Kontoverbindungsdaten.

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Schlagworte zum Thema:  App, Datenschutzaufsicht, Nutzung personenbezogener Daten

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