22.11.2012 | Datenschutz

Online-Werbewirtschaft startet Selbstregulierungsstelle

Bild: Haufe Online Redaktion

Mit der neuen Einrichtung Deutscher Datenschutzrat Online-Werbung sollen Internetsurfer künftig besser über nutzungsbasierte Werbeeinblendungen auf den Webseiten informiert werden. Sie sollen außerdem Cookies von Werbenetzen einfacher handhaben können.

Werbenetzwerke, die das Nutzungsverhalten von Websurfern aufzeichnen und aus diesen Daten Empfehlungen für passende Werbebanner erstellen, sind für Datenschützer schon lange ein Ärgernis. Auch wenn die Daten hier in anonymer Form genutzt werden, sehen die Kritiker in diesem Vorgehen eine weitreichende Überwachung und fordern schon seit langem eine bessere Möglichkeit für die Internetnutzer, sich dieser Kontrolle entziehen zu können.

Selbstregulierung statt staatlicher Eingriffe

Eine neue Institution zur Selbstregulierung, die unter dem Namen Deutscher Datenschutzrat Online-Werbung (DDOW) und unter der Regie des Zentralverbands der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) errichtet wurde, soll diese Optionen jetzt voranbringen. Aufgabe des DDOW ist die Koordinierung und Durchsetzung der europaweit vorgegebenen Selbstregulierungsmaßnahmen in diesem Bereich. Die neue Organisation kann somit als nationale Ausgabe der European Interactive Advertising Alliance (EDAA) angesehen werden.

Verbesserte Information über Datensammlungen

Konkrete Verbesserungen soll es für Internetnutzer dadurch geben, dass sie bei Werbeeinblendungen direkt Informationen abrufen können, welche Werbenetze hinter den jeweiligen Datenerhebungen stecken. Dazu werden die Werbemittel mit einem Piktogramm erweitert, über das diese Informationen per Mausklick in einem Zusatzfenster abgerufen werden können.

Weiterer Bestandteil der Selbstregulierung ist eine verbesserte Kontrollmöglichkeit der Surfer über die Cookies. So soll es über die Website Meine Cookies möglich werden, Cookies einzelner Werbenetzwerke gezielt zu erlauben bzw. zu verbieten oder diese Cookies auch komplett zu deaktivieren.

Kritik: Selbstregulierung ist „Greenwashing“

Der Verein Digitale Gesellschaft bezeichnete die Selbstregulierung als „Datenschutz-Greenwashing“. Die Initiative sei seit drei Jahren überfällig und äußerst schwach. Man versuche damit, „die kommenden europäischen Datenschutzregeln möglichst stark zu verwässern“, so der Vorsitzende Markus Beckedahl.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Online-Marketing, Cookies

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