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ADAC sieht Black Box im Auto kritisch

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Geht es nach den Plänen von EU-Verkehrspolitikern, könnten Unfallsensoren künftig zur Pflichtausstattung von neuen PKWs werden. Black Boxes sollen Informationen liefern, wenn es zu einem Unfall gekommen ist. Aus Datenschutzsicht ist die Technik nicht unumstritten.

Der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments möchte die Einführung von Unfalldatenschreibern (Black Box) voranbringen und hat daher die EU-Kommission aufgefordert, noch bis Ende 2012 einen Zeitplan vorzulegen und sich auf ein Zulassungsverfahren zu verständigen. Auch wenn die Entscheidungen über die Einführung solcher Systeme wohl noch deutlich länger benötigen wird, bestätigte jetzt ein Sprecher des EU-Verkehrskommissars Siim Kallas, das man eine Studie zu dieser Frage in Auftrag geben wolle und sich dabei vor allem auf die Installation derartiger Geräte in beruflich genutzten Fahrzeugen konzentrieren werde.

Unfallforscher sehen Vorteile

Bei Unfallforschern sieht man durch die Nutzung derartiger Black Boxes in den Kraftfahrzeugen deutliche Vorteile für die Verkehrssicherheit im Allgemeinen. Aber auch für Einzelfälle sehen sie Vorteile, wenn sich etwa mit den gesammelten Daten zur Geschwindigkeit oder zum Bremszeitpunkt Streitigkeiten vor Gericht eindeutig klären lassen.

ADAC sieht auch Nachteile der Technik

Beim ADAC, dem größten deutschen Automobilclub, sieht man die Geräte allerdings nicht ganz so positiv. So weist man darauf hin, dass viele Umfallsituationen sich trotz dieser Systeme nicht eindeutig rekonstruieren lassen, weil etwa Daten zum Spurwechsel oder zur Ampelphase nicht erfasst werden.

Personenbezogene Daten in der Black Box

Zudem sehen die Rechtsexperten des Automobilclubs Datenschutzprobleme, denn die Geräte speicherten personenbezogene Daten, die eventuell von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt werden können und der Autofahrer damit gewissermaßen Beweise gegen sich selbst sammelt. Daher müsse klar geregelt werden, wer die Daten auslesen darf und unter welchen Bedingungen dies erlaubt ist. Zudem müsse sichergestellt sein, dass die Daten nicht manipuliert werden können.

 

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Kfz

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