11.10.2012 | Data Days

Datenschutz wird so wichtig wie Umweltschutz

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Auf der Konferenz Data Days zogen Forscher und Datenschützer Parallelen zwischen Umwelt- und Datenschutz und stritten darüber, ob Datenschutzprobleme allein vom Markt reguliert werden können, oder ob es weitreichende staatliche Regulierungen geben müsse.

Auf den Data Days, die Anfang Oktober 2012 in Berlin stattfanden, diskutierten Fachleute aus Forschung und Praxis die Probleme, die sich aus den ständig größer werdenden Datenbeständen ergeben, die etwa beim Cloud Computing, in den sozialen Netzwerken oder im mobilen Internet anfallen. Weitgehende Einigkeit bestand darin, dass dem Datenschutz in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle zukommen wird.

Umwelt- und Datenschutz kohärent

Einige Referenten verglichen die zunehmende Bedeutung des Datenschutzes mit der des Umweltschutzes am Ende des letzten Jahrhunderts. Initiativen für den Erhalt der Privatsphäre könnten eine ähnliche Bedeutung für die Gesellschaft bekommen wie die frühen Umweltschutzbewegungen. Darauf, dass beide Bewegungen auch ganz konkrete Übereinstimmungen besitzen, wies Sören Preibusch aus Cambridge hin. Er führte an, dass es eine hohe Korrelation zwischen Personengruppen gebe, die bereit seien, höhere Preise für Bio-Lebensmittel zu bezahlen und solchen, die für eine bessere Wahrung ihrer Privatsphäre zu zahlen zu bereit sind.

Uneinigkeit bei Regulierungsnotwendigkeit

Während der Forscher aus Cambridge eher auf die Regulierung der Datenschutzproblematik durch die Märkte setzt und für die staatlichen Regulierer vor allem die Rolle als Aufklärer vorsieht, halten Datenschützer dies nicht für ausreichend. So sei es richtig, dass Regulierer problematische Geschäftsmodelle notfalls auch verhindern könnten, wenn dadurch im Extremfall sogar demokratische Werte in Gefahr geraten könnten.

Neue EU-Datenschutzverordnung begrüßt

In diesem Zusammenhang begrüßte Philip Schütz vom Fraunhofer-Institut für System-und Innovationsforschung die geplante EU-Datenschutzverordnung, die eine Pflicht zur Aufklärung von Sicherheitslücken und Datenpannen vorsieht oder die Datenschutzabschätzungen verpflichtend machen will, wenn beim Einsatz neuer Technologien oder Produkte sensitive Bereiche berührt werden. Dass die Unternehmen durch diesen Entwurf gedrängt werden, die Privatsphäre ihrer Kunden besser zu berücksichtigen, könnte sich für EU-Unternehmen als Wettbewerbsvorteil herausstellen, denn viele US-Unternehmen hätten in dieser Hinsicht immer noch Defizite.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Internet, Datenschutz-Grundverordnung

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