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Cyber Security Summit ganz im Zeichen der NSA-Affäre

Bild: PhotoDisc Inc.

Auf der zweiten Veranstaltung der Münchner Sicherheitskonferenz und der Deutschen Telekom wurde deutliche Kritik an den Überwachungsaktivitäten amerikanischer und britischer Geheimdienste laut. Diskutiert wurde auch über mögliche Gegenmaßnahmen.

Auf teils heftige Reaktionen sind die bekannt gewordenen Spionage-Aktivitäten der NSA und des britischen Geheimdienstes GCHQ auf dem "Cyber Security Summit" gestoßen. Insbesondere der Chef der Deutschen Telekom, René Obermann, zeigte sich empört über das durch die Snowden-Enthüllungen bekannt gewordene Ausmaß der Spionage-Aktivitäten, die er nicht nur als politischen Skandal bezeichnete, sondern auch als Einfallstor für Wirtschaftsspionage einstufte.

Keine transatlantischen Umwege beim Datenverkehr mehr

Als erste konkrete Sofortmaßnahme gegen die Überwachung schlug der Telekom-Vorstandsvorsitzende das sogenannte Schengen-Routing vor, bei dem Datenpakete innereuropäischer Internet-Verbindungen nicht mehr wie bisher auch über andere Länder geroutet werden sollen. Hiermit soll ausländischen Geheimdiensten der Zugriff auf diese Daten erschwert werden. Neben den amerikanischen Diensten beträfe dies auch die britischen Geheimdienste, da Großbritannien dem Schengen-Abkommen nicht angehört. Ergänzt werden sollte diese Maßnahme durch eine Schengen-Cloud, bei der die Daten nicht auf Servern von US-Anbietern abgelegt werden sollen.

Schnelle Verabschiedung der EU-Datenschutz-Grundverordnung gefordert

Zugleich sprach sich Obermann für eine rasche Verabschiedung der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung aus, die dann auch für außereuropäische Unternehmen verbindlich sein soll, sofern diese in Europa tätig sein wollen. Schließlich forderte er sogar Neuverhandlungen über das Safe-Harbor-Abkommen mit den USA, dessen Grundlage er nach der Spionage-Affäre  in Frage gestellt sieht.

Auch die noch amtierende Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger forderte von der EU eine rasche Verabschiedung der geplanten Datenschutz-Grundverordnung und nutzte die Gelegenheit, um ihre Ablehnung der Vorratsdatenspeicherung noch einmal zu bekräftigen.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz-Grundverordnung, Sicherheit, Spionage

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