03.09.2014 | Einwilligungsvorbehalt

Bundesjustizminister will strengere Informationspflichten für Apps einführen

Einwilligungsvorbehalt soll vor Datensammler-Apps schützen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Smartphone- oder Tablet-Anwender geben bei der Nutzung von Apps oft mehr Daten von sich preis, als ihnen bewusst ist. Um Verbraucher besser zu schützen, plant Bundesjustizminister Heiko Maas umfassendere Informationspflichten für die Anbieter.

Apps für Smartphones und Tablets sind extrem neugierig und greifen oft auf umfangreiche Nutzerdaten wie z. B. Standortinformationen oder Kontaktdaten zu. Die meisten Anwender sind sich dessen gar nicht bewusst. In vielen Fällen werden die gesammelten und an die App-Hersteller weitergeleiteten Daten gar nicht für die eigentlichen Funktionen der Apps benötigt und so dürften nur die wenigsten Nutzer beispielsweise damit rechnen, dass etwa eine Taschenlampen-App via GPS den Standort ermittelt.

Maas will Einwilligungsvorbehalt stärken

Nach Ansicht von Bundesjustizminister Heiko Maas ist die bisherige Praxis, nach der die Hersteller lediglich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen über Art und Umfang der Datenzugriffe informieren müssen, nicht ausreichend. Die AGBs würden meist gar nicht vollständig durchgelesen, sondern einfach nur angeklickt, wodurch die Nutzer dann mitunter auch sämtliche Rechte an ihren Daten oder auch Fotos abgäben, äußerte der Politiker seine Bedenken in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus. Sein Ziel sei es daher, den Einwilligungsvorbehalt im Datenschutzrecht zu stärken.

Regelung auf EU-Ebene angestrebt

Die Anbieter sollen demnach verpflichtet werden, die Nutzer ausführlicher über Umfang der Datenerfassung und Weiterverwendung der Daten zu informieren. Die Erfassung und Nutzung der Daten soll nur noch dann erlaubt sein, wenn die Kunden ausdrücklich und erkennbar zugestimmt haben. Ob diese Vorgaben bereits durch die Informationen erfüllt sind, wie sie derzeit schon bei der Installation von Apps aus den großen App-Shops von Apple oder Google angezeigt werden, ist dabei jedoch noch unklar.

In jedem Fall könne eine solche Regelung nur auf europäischer Ebene durchgesetzt werden. Im Bundesjustizministerium will man sich für eine Umsetzung der Pläne im Rahmen der EU-Datenschutzgrundverordnung  einsetzen, die im nächsten Jahr verabschiedet werden soll.

Lesen Sie dazu auch:

Kostenlose Apps sind besonders neugierig

Europas Datenschutzbeauftragte fordern Verbesserungen bei Apps

Neues Testwerkzeug überprüft Apps auf Sicherheitslücken

Schlagworte zum Thema:  Einwilligung, Informationspflicht

Aktuell

Meistgelesen