24.06.2013 | Internet-Überwachung:

Britisches Spionage-Programm Tempora noch umfangreicher als Prism

Bild: Haufe Online Redaktion

Nach neuen Medienberichten haben britische Geheimdienste ein noch umfangreicheres Spähprogramm im Internet gestartet, mit dem die Kommunikation direkt an den Hauptübertragungswegen abgehört wird.

Kaum hat sich die Empörung über das amerikanische Überwachungsprogramm Prism gelegt, gibt es jetzt neue Enthüllungen über nochmals umfassendere Abhörmaßnahmen, die diesmal jedoch von britischen Geheimdiensten durchgeführt werden. Der britische Guardian berichtet unter Berufung auf Edward Snwoden, der bereits im Fall Prism als Whistleblower in Erscheinung getreten war, dass sich der britische Geheimdienst GCHQ Zugang zu den großem transatlantischen Überseekabeln verschafft hat, über die sowohl Internet- als auch Telefondaten übertragen werden. 

Unmengen von Daten gespeichert

Mit ihrem Überwachungsprogramm, das unter dem Codenamen Tempora geführt wird, können die Briten somit auf riesige Datenmengen zugreifen. Neben den Metadaten wie IP-Nummern, Rufnummern, Verbindungsdaten werden dabei auch die Inhalte gespeichert, die allerdings nur über einen kurzen Zeitraum von zwei Tagen aufbewahrt werden, während die Metadaten  meist einen Monat archiviert werden. Beim britischen Geheimdienst selbst sieht man diese Leistungsfähigkeit sogar mit nicht unerheblichem Stolz und rühmt sich, das Internet zu beherrschen. Bei der Auswertung der Daten arbeiten die Briten zudem mit US-Partnern wie dem NSA zusammen.

Ausweichen soll erschwert werden

Auch für die Zukunft sind die Geheimdienste anscheinend gut gerüstet. So bereiten sie sich beispielsweise bereits darauf vor, auch in Drittländern im asiatischen Raum Überwachungsmöglichkeiten aufzubauen, sollten Internet-Provider versuchen, den Datenverkehr künftig verstärkt über diese Regionen laufen zu lassen. Bedenken, dass das Tempora-Programm gegen gesetzliche Vorgaben verstößt, hat die britische Regierung nicht, da man bislang Schlupflöcher der derzeitigen Gesetzgebung ausnutzen konnte, was selbst von Datenschutzaktivisten bestätigt wurde. Allerdings fordern diese nun eine entsprechende Anpassung der Paragraphen. 

Schlagworte zum Thema:  Whistleblower, Datenschutz

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