10.03.2014 | CeBIT-Leitmotiv

Big Data und Datability: Verantwortungsvoller Umgang mit Nutzerdaten

Big Data und Datability beschäftigten die Besucher der diesjährigen CeBIT.
Bild: Haufe Online Redaktion

Big Data ist eines der wichtigsten Themen in der IT-Welt und Datability das Leitmotiv der CeBIT 2014. Hersteller wollen zeigen, wie Big-Data-Anwendungen verantwortungsvoll umgesetzt werden können. Da viele Anwender der Nutzung ihrer Daten zunehmend skeptisch gegenüberstehen, soll Datenschutz eine hohe Priorität haben.

Experten sind sich einig: Big Data erschließt riesige Rationalisierungspotenziale. Bei Big Data werden Daten aus unterschiedlichsten Quellen, etwa aus Kundendatenbanken, aber auch aus sozialen Netzwerken, Foren, Data-Warehouse-Anwendungen, Cloud-Diensten oder sonstigen Dokumentensammlungen als Informationsquelle erfasst und ausgewertet. Möglich wurde die Nutzung von  Big Data  - die Verarbeitungsmöglichkeiten riesiger, weitgehend unstrukturierter Datenmengen - erst durch die  enorme Weiterentwicklung der Datenbanktechniken in den letzten Jahren. Die herkömmlichen, relationalen Datenbanksysteme waren für diese Datenmengen und vor allem deren Unterschiedlichkeit bzw. unzureichender Strukturierung nicht leistungsfähig genug.

Die CeBIT-Macher definieren den von ihnen geschaffenen Begriff der Datability als die Fähigkeit (ability) zur Verarbeitung der riesigen Datenmengen (Big Data), wobei sowohl die Nachhaltigkeit (sustainability) als auch die Verantwortung (responsibility) beim Umgang mit den Informationen berücksichtigt werden sollen.

Nutzer oftmals noch skeptisch

Angesichts der anhaltenden gesellschaftlichen Diskussion um die allumfassenden Abhörmöglichkeiten der Geheimdienste stehen die Unternehmen nun jedoch dem Problem gegenüber, dass bei vielen Bürgern eine erhebliche Skepsis gegenüber der Nutzung ihrer Daten vorhanden ist. Hier muss daher zunächst eine Vertrauensbasis aufgebaut werden, indem auch bei den Big-Data-Anwendungen dem Datenschutz die notwendige Priorität eingeräumt wird. Die Kunden sollen ihre Daten bei den Unternehmen in Sicherheit wissen und auch davon ausgehen können, dass diese Daten nicht ohne ihre Erlaubnis an Dritte weitergegeben werden.

Vertrauen soll zurückgewonnen werden

Zur Eröffnung der Computermesse CeBIT forderte daher auch VW-Chef Winterkorn in diesem Sinne eine Allianz der Autohersteller zum Schutz der Nutzerdaten in den kommenden, zunehmend vernetzten Fahrzeuggenerationen. Das Auto dürfe nicht zur „Datenkrake“ werden, und durch eine Selbstverpflichtung der Automobilindustrie solle das notwendige Vertrauen bei den Konsumenten geschaffen werden.

Der Deutschland-Chef von Microsoft, Christian Illek, setzte sich in seiner Rede für gemeinsame Anstrengungen von Politik und Wirtschaft ein, um zusammen mit den Nutzern nach dem Vertrauensverlust durch die Geheimdienstaffären die „digitale Depression“ zu überwinden.

Datenschutzrisiken sind beherrschbar

Datenschutzexperten sehen ebenfalls ein enormes Potenzial für Big-Data-Anwendungen, mahnen allerdings zur  Verhinderung von Datenmisssbrauch die Anpassung der entsprechenden Gesetze an die Realitäten an.

Eine ausführliche Stellungnahme von Thilo Weichert zu "Big Data und Datenschutz" finden Sie auf der Website des ULD.

Der Branchenverband BITKOM bietet für Unternehmen einen Leitfaden zum Umgang mit Big Data an.

Schlagworte zum Thema:  Big Data, CeBIT

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