12.02.2013 | Nie eins für alle

Bequemlichkeit bei Passwörtern ist riskant

Besser für jeden Dienst ein eigenes Passwort nutzen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Deutsche Internetnutzer sind beim Umgang mit Passwörtern immer noch zu fahrlässig. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt daher bestimmte Mindeststandards bei der Erstellung und einen vorsichtigen Umgang mit den Passwörtern

Ohne Passwörter geht im Internet nicht viel. Egal, ob Sie E-Mails abrufen, beim Online-Shop einkaufen oder sich bei einem sozialen Netzwerk anmelden wollen - überall wird die Eingabe von Benutzername und Passwort erwartet. Doch deutsche Internetnutzer sind hierbei immer noch nicht vorsichtig genug, wie jetzt eine Studie des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid ergab, die im Auftrag des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) durchgeführt wurde.

Riskant: Ein Passwort für mehrere Dienste

Als besonders gravierend stufen die Sicherheitsexperten dabei ein, dass deutlich weniger als die Hälfte der Nutzer (41 Prozent) für jeden Dienst ein eigenes Passwort nutzt und weitere 40 Prozent zumindest einen Teil ihrer Passwörter für mehrere Dienste verwenden. 13 Prozent nutzen sogar ein einziges Passwort für alle Zugänge.

Aber auch bei der Qualität der Passwörter gibt es noch erheblichen Verbesserungsbedarf, denn diese sollten keinesfalls aus einfachen Namen und Wörtern oder simplen Zeichenfolgen (qwertzuiop) sowie simplen Änderungen (Meier123) bestehen. Allerdings kennen der Umfrage zufolge mittlerweile immerhin rund 70 Prozent der Nutzer die wesentlichen Grundanforderungen an ein sicheres Passwort.

Passwort-Tipps

Das BSI nennt folgende Grundregeln, die Sie bei der Erstellung von und den Umgang mit Passwörtern beachten sollten:

- Allgemein gilt, dass Passwörter möglichst länger als 8 Zeichen sein sollen, wobei dann Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen enthalten sein sollten. (Bei der WLAN-Verschlüsselung sollte das Passwort sogar mindestens 20 Zeichen lang sein.)

- Als Passwörter sollten Sie zufällige Zeichenfolgen wählen und keinesfalls konkrete Namen oder Begriffe.

- Verwenden Sie für jeden Dienst ein eigenes Passwort.

- Verwahren Sie Passwörter, die Sie notiert haben, an einem sicheren Ort.

- Geben Sie Passwörter nicht an Dritte weiter.

- Verwenden Sie Passwörter nicht dauerhaft, sondern verändern Sie diese nach einiger Zeit.

- Sichern Sie mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets über die Gerätesperre.

- Bei Desktops und Notebooks können Sie einen Bildschirmschoner mit Passwortabfrage verwenden, um unberechtigte Zugriffe zu verhindern.

Schlagworte zum Thema:  Passwort, Datenschutz, Datensicherheit

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