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90 Prozent aller Apps haben Datenschutzmängel

Mit den Informationspflichten nehmen es die meisten Apps nicht so genau
Bild: Michael Bamberger

Datenschutzbehörden haben im Rahmen einer internationalen Studie Mobilanwendungen und Internetauftritte untersucht. Bei den meisten Apps wurden Defizite vor allem hinsichtlich der Informationspflichten festgestellt.

Dass viele Apps für Smartphones und Tablets es mit dem Schutz der Nutzerdaten nicht so genau nehmen, dürfte für gut informierte Anwender keine allzu große Überraschung sein. Schon in der Vergangenheit hatten viele Datenschützer vor den Missbrauchsmöglichkeiten gewarnt. Doch wie weit verbreitet die datenschutzrechtlichen Mängel hier tatsächlich sind, hat jetzt eine von 19 europäischen Datenschutzorganisationen gemeinsam durchgeführte Untersuchung gezeigt. Vorrangig wurde hierbei die Einhaltung der Informationspflichten überprüft.

Nutzer werden nicht über Verwendung ihrer Daten informiert

Weltweit wurden mehr als 2.200 Internetseiten und mobile Applikationen unter die Lupe genommen. Die größten Defizite gab es bei Apps: Der Studie zufolge weisen rund 90 Prozent der mobilen Apps Mängel im Hinblick auf den Datenschutz auf. Bei fast jeder vierten Anwendung (23 Prozent) fehlten beispielsweise jegliche Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten der Nutzer.

Deutlich besser schnitten zwar Internetauftritte von Unternehmen und Organisationen im Web ab, doch auch hier war noch jedes zweite Angebot aus datenschutzrechtlicher Sicht mit einem oder mehreren Mängeln behaftet. Bei rund 50 Prozent der Angebote wurden Mängel bei der Relevanz oder Verständlichkeit der Informationen beanstandet oder die Erreichbarkeit der verantwortlichen Stellen bei Nachfragen der Nutzer.

Detaillierte Prüfungsergebnisse im September 2013

Weitere Details zur Untersuchung des Global Privacy Enforcement Networks (GPEN) sollen im Rahmen der 35. Internationalen Konferenz der Datenschutzbeauftragten bekannt gegeben werden, die vom 23. - 26. September 2013 in Warschau stattfindet. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz in Deutschland, der die ersten Ergebnisse jetzt vorgestellt hatte, konnte immerhin bereits darauf verweisen, dass die Untersuchungen seiner Behörde bei E-Mail- und Postanbietern positive Ergebnisse erbracht hatten, da die überprüften Unternehmen die datenschutzrechtlichen Vorgaben ernst nehmen und entsprechend umsetzen.

Schlagworte zum Thema:  App, Datenschutzerklärung, Informationspflicht, Internetauftritt

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