| Privatsphäre schützen

3D-Erfassung von Straßen in Potsdam zunächst gestoppt

Bild: Matthias Mittenentzwei ⁄

Nach einer Kritik der brandenburgischen Datenschutzbeauftragten hat die Stadt Potsdam Pläne zur dreidimensionalen Erfassung von Straßenzügen zunächst auf Eis gelegt und will nun weitere Gespräche führen.

Eigentlich wollte die Stadt Potsdam in den nächsten Tagen einen High-Tech-Kamerawagen auf die Straßen der Landeshauptstadt schicken, um die Straßenzüge dreidimensional zu erfassen. Die so gewonnenen Daten sollten vor allem für verwaltungsinterne Zwecke verwendet werden, etwa um Schäden an Straßen und Gehwegen einfacher zu erkennen. Zudem sollte ein 3D-Stadtmodell erstellt werden.

Keine ausreichende Berücksichtigung der Privatsphäre

Nach der Kritik der brandenburgischen Datenschutzbeauftragten Dagmar Hartge stoppte die Stadt nun jedoch das Projekt vorerst. Die Datenschützerin hatte beanstandet, dass entgegen ihrer Vorgaben die Privatsphäre der Bürger bei der Erfassung nicht ausreichend berücksichtigt werde. So würden beim vorgesehenen Vorgehen auch Personen und Kfz-Kennzeichen erfasst, was für eine Abbildung öffentlicher Verkehrsflächen jedoch nicht notwendig sei. 

Persönliche Daten sollen schon bei der Erfassung unkenntlich gemacht werden

Die wichtigste Forderung der Datenschützerin ist daher auch, dass die persönlichen Daten schon direkt bei der Erfassung unkenntlich gemacht werden sollen. Bislang hatten die Pläne so ausgesehen, dass durch das Spezialfahrzeug erst die Daten gesammelt und diese dann erst bei der Weiterverarbeitung anonymisiert werden sollten. Durch die Verzögerung und zusätzlichen Arbeiten dürfte das Projekt wohl teurer als geplant werden, allerdings will man in der Stadtverwaltung den Forderungen nach mehr Datenschutz nachkommen.

Schlagworte zum Thema:  Persönliche Daten

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