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Wie kommt das Mineralöl in die Lebensmittel?

Die Frühstücksflocken sind nicht schwarz und der Gries schmeckt nicht nach Teer. Doch Lebensmittelkartons aus Altpapier sind oft mit Mineralöl belastet. Es kann in die Lebensmittel eindringen. Das Mineralöl stammt aus der Druckerfarbe von Zeitungen. Dass der Zeitungsdruck auch mineralölfrei funktioniert, beweisen nun die Schweizer.

Bereits 2009 hatte ein Schweizer Labor den Gehalt von Mineralöl in Zeitungen und in den daraus hergestellte Lebensmittelkartonverpackungen berechnet:

Rund 3.000 mg Mineralöl enthält durchschnittlich jedes Kilo Tageszeitung. Bis zu 1000 mg Mineralöl stecken in einem Kilo Verpackungskarton.


Wie kommt das Mineralöl in die Lebensmittel?

Mehr als 90 Prozent der Lebensmittel, die in den Handel kommen, sind verpackt. Das Mineralöl, das im Karton steckt, „dünstet“ als Gas in den geschlossenen Raum der Verpackung aus. In dieser Phase können die gasförmigen Stoffe auf die Lebensmittel übergehen. Dabei handelt es sich um kürzerkettige und aromatische Kohlenwasserstoffe.

Toxikologische Grenzwerte überschritten

Auch in Deutschland wurden 2010 in verschiedenen Lebensmitteln Mineralöl nachgewiesen. Der Gehalt lag deutlich über den tolerierbaren Mengen. Wer häufig solche belastete Lebensmittel zu sich nimmt, läuft Gefahr, den toxikologischen Grenzwert zu überschreiten. So können sich Mineralöle im Körper anreichern und als Langzeitwirkung etwa Entzündungen in Herz und Leber auslösen, so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 2010.

Neue mineralölfreie Druckfarbe in der Schweiz

In der Schweiz ist es nun gelungen, Zeitungen ohne mineralölhaltige Druckerfarben zu drucken. Seit November werden Teile der Kundezeitungen der Supermarktketten COOP und Migros mit mineralölfreien Farben gedruckt. Dadurch ist die Gefahr gebannt, dass die unerwünschten Stoffe den Altpapierkreislauf belasten und auf diesem Wege die Gesundheit gefährden können.

Übertragbarkeit für Deutschland prüfen

Das Bundesumweltamt fordert die Verlagshäuser und Druckereien auf, das erfolgreiche Verfahren der Schweizer zu prüfen. Das UBA plant zudem selbst großtechnische Druckversuche, um zu testen, ob die neue Farbe gebrauchstauglich und wie recyclingfähig sie ist.

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