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Von der Schwierigkeit obstruktive Atemwegserkrankungen nachzuweisen

Immer noch ist es äußerst schwierig, manche Atemwegserkrankungen nachzuweisen. Der Zusammenhang mit einer beruflichen Tätigkeit ist vor allem dann nicht einfach, wenn es sich nicht um einen Arbeitsunfall handelt. Für eine eindeutige Diagnose fehlt es hier noch an eindeutigen Verfahren. Wie schwierig es ist, eine obstruktive Atemwegserkrankung durch chemisch-irritative Stoffe zu begutachten, ist in einem IPA-Journal zusammengefasst.

Berufliche Belastung oder Vorerkrankung

Wer unter einer obstruktiven Atemwegserkrankung leidet, hat vor allem Probleme beim Ausatmen. Zu den Krankheitsbildern zählen unter anderem die chronische Bronchitis oder das Lungenemphysem. Doch welche beruflichen Belastungen können zur Erkrankung führen und wie lässt sich eine Vorerkrankung ausschließen?

 

Geringe Konzentration über Jahre

Bei einem Arbeitsunfall ist die Sachlage meist klar. Wird eine hohe Konzentration an chemisch irritativen oder toxisch wirkenden Stoffen eingeatmet, lassen sich die gesundheitlichen Folgen klar bestimmen. Ist allerdings der Expositionsbereich niedrig und dauert dafür über Jahre, findet sich über mögliche gesundheitliche Auswirkungen bisher kaum wissenschaftliches Material.

 

Grenzwerte schützen nicht unbedingt

Betroffen von einer relevanten Exposition mit diesen gefährlichen Stoffen können etwa Mitarbeiter der metallverarbeitenden Industrie sein. Bei einer jahrelangen Tätigkeit an einer ungekapselten Zerspanungsmaschine kann von einer hohen Belastung durch Kühlschmierstoffe ausgegangen werden. Aber auch Schweißen mit besonders belastenden Verfahren oder unter schlechten arbeitshygienischen Bedingungen kann Atemwegserkrankungen verursachen. Wie nachgewiesen wurde, kann trotz des Einhaltens von Grenzwerten eine Erkrankung erfolgen.

 

Atemwegsallergien

Eine obstruktive Atemwegserkrankung muss nicht immer beruflich verursacht sein, allerdings können berufliche Faktoren eine Anfälligkeit verschlimmern. Wer unter Atemwegsallergien, wie beispielsweise Heuschnupfen, leidet, bei dem können reizende Stoffe bereits in geringster Dosis eine Reaktion verursachen. Ob dies der Fall ist, lässt sich unter anderem dadurch abklären, ob Beschwerden zu bestimmten Jahreszeiten auftreten oder während arbeitsfreien Zeiten – wie etwa im Urlaub – bestehen bleiben.

 

Diagnosemethoden

Bei der Diagnose einer möglichen Berufskrankheit spielen die ärztliche Erhebung der Arbeits- und Expositionsvorgeschichte mit Hilfe von standardisierten Fragebögen sowie die Krankheitsanamnese eine wichtige Rolle. Objektive Tests dagegen sind bisher nicht immer aussagekräftig in den Ergebnissen. Deshalb sollen zukünftig noch nicht etablierte Methoden eingesetzt werden.

Ausführlichere Informationen zur Beurteilung der Berufskrankheit 4302 sowie zwei Fallbeispiele lesen Sie im IPA-Journal 02/2011 unter http://www.ipa.ruhr-uni-bochum.de/.

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