Die Ursache des Störfalls bei BASF, bei dem 2 Mitarbeiter der Werksfeuerwehr und wahrscheinlich 1 Matrose eines Tankschiffes ums Leben kamen, ist noch nicht geklärt. Auch ist unklar, wie lange BASF noch im Ausnahmezustand bleibt.

"Leider müssen wir davon ausgehen, dass unsere Befürchtungen traurige Gewissheit werden und wir ein drittes Todesopfer zu beklagen haben", sagte BASF-Vorstandsmitglied Margret Suckale. Polizeitaucher bargen in einem Hafenbecken am Explosionsort die Leiche eines Mannes.

Tödlicher Störfall bei BASF

Bei der Explosion und nachfolgenden Bränden im Landeshafen Nord waren zwei Männer der BASF-Werksfeuerwehr getötet worden. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt, viele schwer.

Luft- und Wassertests ergaben nach Informationen des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums, dass zumindest keine Grenzwerte überschritten wurden.

BASF im Ausnahmezustand

Insgesamt waren gestern noch 24 Anlagen komplett heruntergefahren. Der Chemiekonzern will wichtige Anlagen nun wieder anfahren. Die beiden sogenannten Steamcracker sollten in den kommenden Tagen schrittweise ihren Betrieb wieder aufnehmen, teilte BASF am Mittwochabend mit. Die Anlagen gelten als das Herzstück des Werks. Dort wird mit Hilfe von Dampf (englisch: steam) Rohbenzin aufgespalten (englisch: to crack).

Derzeit würden Aktionen geprüft, um den Einfluss des Unglücks auf Kundenlieferungen so gering wie möglich zu halten. Der Konzern gab sogenannte Force-Majeure-Erklärungen - Regelungen bei höherer Gewalt - für die Abnahme einiger Produkte wie Ethylen heraus. Medienberichte, wonach Teile der Produktion möglicherweise für Wochen lahmgelegt sind, konnte eine Sprecherin weder bestätigen noch dementieren.

Ursache des Störfalls bei BASF noch unklar

Die Ermittler haben nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Hubert Ströber inzwischen "gewisse Teilerkenntnisse" zur Ursache der Explosion. Sie gingen auf eine Zeugenvernehmung zurück und müssten erhärtet werden. Der bereits vernommene Zeuge sei Mitarbeiter einer auf dem Gelände eingesetzten Fremdfirma und "im Bereich der Sicherung" tätig gewesen, sagte Ströber. Seine Angaben würden nun ausgewertet und bei den weiteren Untersuchungen berücksichtigt.

Der Oberstaatsanwalt kündigte weitere Zeugenbefragungen und Untersuchungen an, über die er aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen könne. Der Explosionsort sei inzwischen begehbar, sagte Ströber. Polizisten und Sachverständige seien vor Ort. Die Behörde ermittelt von Amts wegen in der Sache wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und fahrlässiger Körperverletzung gegen unbekannt.

Todesfall am Arbeitsplatz - Balanceakt zwischen respektvollem Umgang und Arbeitsalltag

Die Haufe-Arbeitsschutz-Redaktion sprach mit dem Unternehmensberater und ehrenamtlichen Hospizbegleiter Ulrich Welzel darüber, wie mit Tod und Trauer in der Arbeitswelt umgegangen werden kann.

Schlagworte zum Thema:  Unfallanalyse